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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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nicht um Erneuerung des Geistes. Doch sah sie nie Hetty knieen, ohnedaß ein Gefühl wehmüthig-süßer Erinnerung, so wie tiefer Betriibnißüber die Erstorbenheit ihres eignen Herzens über sie kam. Dashatte sie selbst auch in der Kindheit gethan, und selbst bis zu derStunde ihrer unseligen Besuche in den Garnisonen, und sie hättegern in solchen Augenblicken Welten darum gegeben, wenn sie imStande gewesen wäre, ihre jetzigen Empfindungen zu vertauschengegen den vertrauensvollen Glauben, die reinen, erhebenden Gefühleund die milde Hoffnung, welche jeden Zug und jede Bewegungihrer sonst weniger begünstigten Schwester verklärten. Aber Alles,was sie thnn konnte, war, daß sie ihr Haupt ans die Brust sinkenließ, nnd in ihren Geberden und Haltung etwas von der Andacht an-nahm, in welche recht cinznstimmen ihr verstockter Geist sich weigerte.

Als Hetty nach ihrem Knieen wieder anfstand, zeigte ihreMiene einen Glanz nnd eine Heiterkeit, die ein immer angenehmesAngesicht wirklich schön machten. Ihr Gemüth hatte Frieden, undihr Gewissen sprach sie wegen Versäumnis; ihrer Pflicht frei.

Jetzt magst du gehen, wenn du Lust hast, Judith," sagte sic;Gott ist gütig gegen mich gewesen, nnd hat mir eine Last vom Herzengenommen. Mutter hatte viele solche Lasten, so pflegte sie mir zusagen, nnd schaffte sie sich immer auf solche Weise vom Herzen.Es ist die einzige Weise, Schwester, wie man so Etwas thnn kann.Einen Stein oder ein Stück Holz kannst du mit der Hand auf-heben; aber das Herz muß dnrch's Gebet erleichtert werden. Ichmeine, du betest nicht mehr so oft, Judith, als da du jünger warst."

Laß das laß das, Kind," antwortete Judith mit hohlerStimmedavon handelt es sich jetzt nicht. Mutter ist dahin,und Thomas Hutter ist dahin, nnd die Zeit ist gekommen, wowir für uns denken und handeln müssen."

Während das Canoe sich von der Stelle entfernte, unter denleisen Rnderschlägen der älteren Schwester, saß die jüngere insinnendem Brüten da, wie sie pflegte, so oft ihr Geist durch