305
über seinen kaltblütigen Gegner, das; er einem Bleichgesicht inder Kundgebung von Gleichgültigkeit und Selbstbeherrschung denSieg über einen indianischen Häuptling überlassen hatte. Als eranfing, seinen Floß von der Platform wegznrndern, wurde seinGesicht finster und seine Angen glühten, während er dennoch einfreundliches Lächeln und eine Geberde der Höflichkeit znm Ab-schied erzwang.
Es bedurfte eine kleine Weile, die vis inertiae der Baum-stämme zu überwinden, und während dies; der Indianer zu Standebrachte, der eine stumme Rolle gespielt, schritt Rivenoak über dieTannenzweigc, welche zwischen den Stämmen lagen, in schweigen-dem Ingrimm hin, und betrachtete mit scharfem Auge währenddem das Kastell, die Platform und die Person seines unterhan-delnden Gegners. Einmal sprach er in leisem Tone, aber rasch mitseinem Begleiter, und er scharrte mit den Füßen in den Zweigen,wie ein ungeduldiges, stetiges Thier. In diesem Augenblick war-dst Wachsamkeit Wildtödters etwas erlahmt, denn er saß da,»achsinnend über die Art und Weise, die Unterhandlung wieder zuerneuen, ohne der andern Partei zu viel Vorthcil einznränmen.Bietleicht war es ein Glück für ihn, daß das lebhafte und glän-zende Auge Judiths so wachsam war wie immer. In dem Augen-blick, wo der junge Mann am wenigsten ans seiner Hut, und seinFeind am wachsamsten und lancrndsten war, ries sie Jenem mitwarnender Stimme, sehr zur rechten Zeit Lärm machend, zu:
„Seid ans Eurer Hut, Wildtödter. Ich sehe durch das Fern-glas Büchsen über Pen Tannenzwcigen, und der Irokese macht siemit dem Fuße los!"
Es schien fast, als hätte der Feind seine List so weit getrie-ben, sich eines Unterhändlers zu bedienen, der Englisch verstand.Die bisherige Besprechung hatte in seiner Sprache ftattgefnnden,aber ans der Art, wie seine Füße plöylich in ihrer verrätherischenBeschäftigung inne hielten, während zugleich auf dem Gesicht Ri-Der Wildtvdter. 20