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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Schlüssel dürste ebensogut gerade an diesem Pflock zu finden sein,als sonst an einem Platze. Nehmt das Kleidungsstück weg, De-laware, und laßt uns sehen, ob Ihr wirklich ein Prophet seid."

Chingachgook that, wie er geheißen ward, aber kein Schlüsselfand sich. Eine plumpe, dem Anschein nach leere Tasche hing andem nächsten Pflocke »nd ward sofort untersucht. Mittlerweilewar auch Judiths Aufmerksamkeit nach dieser Richtung gezogenworden, und sie ließ sich mit Hast vernehmen, als wünschte sieunnöthige Mühe zu ersparen.

Das sind nur die Kleider Hetty's, des guten, einfältigenMädchens!" sagte sie.Was wir suchen, ist wohl schwerlich hierzu finden!"

Kaum waren diese Worte über den schönen Mund der Spre-cherin gekommen, als Chingachgook den gewünschten Schlüsselans der Tasche zog. Judith besaß einen zu schnellen Verstand,um nicht sogleich den Grund zu errathen, warum ein so einfacher»nd leicht zu findender Versteck war gewählt worden. Das Blutschoß ihr in's Gesicht, vielleicht ebensosehr ans Verdruß, als ansScham, und sie biß sich in die Lippe, blieb aber stumm. Wild-tödter und sein Freund bewährten jetzt das Zartgefühl von Män-nern von natürlich feinem Sinn, indem sie weder lächelten, nochauch nur durch einen Blick verriethen, wie gut sie die Beweg-gründe und das Schlaue dieser sinnreichen List verstanden. DerErstere,, der dem Indianer den Schlüssel abgenommen, trat jetztin das anstoßende Gemach, versuchte ihn an einem Schloß, undj versicherte sich, daß wirklich das rechte Instrument gefunden sei.Es waren drei Vorlegeschlösser, die aber alle drei leicht mit demeinen Schlüssel geöffnet wurden. Wildtödter nahm sie alle ab,machte die Haspen los, hob de» Deckel ein wenig auf, um sich zuversichern, daß der Schrank anfgehc, und trat dann einige Schrittedavon zurück, seinem Freunde winkend, ihm zu folgen.

Das ist ein Familienschrank, Judith," sagte er,und enthält