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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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teil suchen.Es ist richtig so, wie Jeder sehen kann; nnd dasist Alles in der Natnr gegründet. Eine Schwester liebt schoneSachen übermäßig, wie Manche behaupten; während die Andereso saust nnd demüthig ist, wie Gott nur je die Güte nnd Wahr-heit selbst erschuf. Doch glaube ich am Ende, daß auch Judithihre Tugenden und Hetty ihre Fehler hat."

Und die,Geistschwachc" hat den Schrank offen gesehen?" er-kundigte sich Chingachgook, forschende Neugier in seinen Blicken.

Gewiß; das Hab' ich ans ihrem eigene» Munde gehört, nndIhr auch. Es scheint, ihr Vater mißtraut ihrer Verschwiegenheitnicht, vbschon vielleicht der seiner, altern Tochter."

Dann ist wohl der Schlüssel nur vor der Wilden Rose ver-steckt?" Denn so hatte der galante Chingachgook Judith in seinenGesprächen mit seinem Freund allein zu nennen angefangen.

Das ist's. Das ist's gerade! Der Einen traut er, und derAndern nicht. Da ist weiß nnd roth, Schlange; alle Stämmennd Nationen kommen darin überein, daß sie Manchen trauen,nnd Manchen ihr Vertrauen versagen. Es kommt auf Charakterund Urtheil an."

Wo könnte ein Schlüssel versteckt werden, daß die Wilde Roseihn gewiß nicht fände, wo eher als unter groben Kleidern?"

Wildtödter stutzte, wandte sich gegen seinen Freund, Bewun-derung in jedem Zuge seines Gesichts sich malend, nnd lachte rechtin seiner stillen aber herzlichen Weise über das Sinnreiche nndRasche dieser Vermnthnng.

Euer Name ist wohl angelegt! Schlange ja, er ist wohlangelegt! Ganz gewiß! wo sollte eine Liebhaberin von schönenPutzsachcn so wenig nachsnchen, als unter so groben nnd unschein-baren Kleidern, wie die der armen Hetty sind? Ich glaube, Ju-diths zarte Finger haben nie ein Fleckchen so grobes und unschö-nes Tuch angerührt, wie das an diesem Unterrock, seit sie zuerstmit den Offizieren Bekanntschaft machte! Ja, wer weiß? der