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Als Hetty diese furchtbare Frage ihrer Seele in der Uebersehnngrecht veranschaulicht hatte — und Hist that bei dieser Gelegen-heit ihre Pflicht mit ungewöhnlicher Bereitwilligkeit — war sie,wie kaum zu sagen »öthig, in bitterer Verlegenheit. GescheidtereKöpfe als der dieses armen Mädchens sind häufig durch Fragenvon ähnlicher Richtung in Verwirrung gebracht worden; und cskann nicht befremden, daß sie mit all' ihrem Ernst und ihrer Auf-richtigkeit nicht wußte, welche Antwort geben.
„Was soll ich ihnen sagen, Hist?" fragte sie flehentlich; „ichweiß, daß Alles, was ich aus dem Buche gelesen, wahr ist; unddoch könnte es als nicht wahr erscheinen nach der HandlungsweiseDerer, denen dies; Buch gegeben ist, oder nicht?"
„Gebt ihnen Blcichgesichtsgründc," versetzte Hist ironisch; „dieimmer gut für Eine Seite, obgleich schlecht für die andere."
„Nein, nein, Hist, es gibt keine zwei Seiten für die Wahr-heit — und doch erscheint es so seltsam! Gewiß habe ich dieVerse recht gelesen, und Niemand würde so ruchlos sein, dasWort Gottes falsch zu drucken. Das kann nie sein, Hist."
„Nun, armem indianischem Mädchen scheinen, es kan» Allessein bei Bleichgesichtern," versetzte die Andere kühl. „Ein Malsagen sie weiß, und das andere Mal schwarz. Warum denn esnie sein kann?"
Hetty wurde immer verwirrter, bis sie endlich, überwältigtvon der Angst, sie habe ihren Zweck verfehlt, und das Leben ihresVaters und Hnrry's werde durch einen Mißgriff von ihrer Seiteanfgeopfert werden, in Thräncn ansbrach. Von diesem Augenblickan verschwand im Benehmen Hists alle Ironie und kühle Gleich-gültigkeit, und sie wurde wieder die zärtliche, liebkosende Freun-din. Ihre Arme um das betrübte Mädchen schlingend, suckle sieihren Kummer zu beschwichtigen durch das kaum je seine Wirkungverfehlende Mittel weiblichen Mitgefühls.
»Aufhören weinen — nicht weinen!" sagte sie, die Thränen