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Vater liebe; und so bestrebe ich mich, es nicht zu thun, Hist,"erwiederte die gewissenhafte Hctty, die nicht wußte, wie eineinnere Bewegung verhehlen durch eine so verzeihliche Annäherungan Unwahrheit, als eine ausweichende Antwort ist, obwohl durchweibliche Scham mächtig zu diesem Fehltritt versucht; „obwohlich manchmal denke, die Sunde werde mich am Ende besiegen, wennHnrry so oft an den See kommt. Ich muß Euch die Wahrheitsage», liebe Hist, weil Ihr mich fragt; aber ich würde zu Bodenfallen und sterben in den Wäldern, wenn er es wußte!"
„Warum er nicht selbst Euch fragen? Tapfer ansschen — war-um nicht keck sprechen? Junger Krieger fragen müssen jungesMädchen; Niemand junges Mädchen zuerst reden machen. Mingv-Mädchen selbst sich dessen schämen."
Sie sprach dieß mit Entrüstung und mit der edlen Wärme,die ein junges Weib von lebhaftem Geist empfinden mag, wenn siedas thenerste Vorrecht ihres Geschlechts bedroht und gefährdetglaubt. Dieß Gefühl hatte aber wenig Einfluß auf die blöde, aberdoch rechtlichgesinnte Hetty, die, obwohl wesentlich weiblich in allenihren Empfindungen, doch weit mehr auf die Bewegungen ihres eige-nen Herzens achtete, als daß sie sich um die Gebräuche bekümmert hätte,womitdasHerkommcn dasZartgefühlihres Geschlechts geschäht hat.
„Mich fragen? was?" fragte das erschrockene Mädchen mit einerHast, welche zeigte, wie sehr ihre Furcht rege geworden war. „Michfragen, ob ich ihn so gern habe, als meinen Vater! Oh! Ichhoffe, er wird nie eine solche Frage an mich richten, denn ichmüßte antworten, und das würde mich tödten."
„Nein — nein — nicht tödten, nur beinahe," versehte dieAndere, unwillkürlich lächelnd. „Erröthen kommen machen —Scham auch kommen machen; aber es nicht so gar lange bleiben;dann sich glücklicher fühlen als je. Junger Krieger muß jungemMädchen sagen, er sie znm Weibe machen wollen, sonst nie kannwohnen in seinem Wigwam."