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12 (1853) Der Wildtöter : eine Erzählung
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Zartgefühl in solche» Dingen wußten die Leute auf der äußerstenGränzmarke der Civilisation in jenen Tagen wenig, wie vielleichtauch jetzt noch.

Nie. Vater hat ihn nie in meiner Gegenwart geöffnet, wenner ihn überhaupt je öffnet. Kein Mensch hier hat je seinen Deckelgehoben gesehen, wenn nicht Vater, auch weiß ich von ihm nichteinmal, ob er ihn so gesehen."

Da irrst du dich, Judith," versetzte Hetty ruhig.Vater hatden Deckel ausgemacht, und ich habe es mit angesehen."

Ein Gefühl männlichen Stolzes hielt Wildtödtcrs Mund ge-schlossen; denn während er sich nicht bedacht hätte, in seinenFragen an die ältere Schwester weit über die Gränzen der Schick-lichkeit, nach unser» Begriffen, hinauszugehen, empfand er dochgerechte Bedenklichkeiten, den vielleicht nicht ganz ehrenhaften Vvr-theil zu benützen, welchen der schwache Verstand der jüngeren ihmdarbot. Judith indessen, die keine solche Rücksichten zu nehmenhatte, wandte sich rasch zu ihrer Schwester und verfolgte dasGespräch:

Wann und wo hast du den Schrank offen gesehen. Hetty?"

Hier und zu wiederholten Malen; Vater öffnet ibn oft,wenn du weg bist, beachtet es aber gar nicht, wenn ich da bin,und Alles, was er thnt, sehe, und Alles höre, was er sagt."

Und was thnt er, und was sagt er?"

Das kann ich dir nicht sagen, Judith," versetzte die Anderemit leiser aber entschlossener Stimme.Vaters Geheimnisse sindnicht meine Geheimnisse."

Geheimnisse! das ist noch seltsamer, Wildtödter, daß Vatersie Hetty sagen sollte, und mir nickst!"

Dazu hat er guten Grund, Judith, obgleich du diesen nichterfahren sollst. Vater ist nicht hier, um selbst zu antworten, undich werde nicht mehr davon sagen."

Judith und Wildtödter waren überrascht, und etwa eine Mi-