II. Von der ebräischen Elegie. 177
ummauert bin ich rings umher ,entkommen kann ich nicht.
Ich lieg in schweren Fesseln,
und wenn ich ruf' und schreie,
so hallt verschlossen rings zurück mein Laut —-
Kann das Bild eines Gefangenen schöner ausge-mahlt und Zug für Zug ordentlicher fortgcführtseyn? Steht ein Zug und steht das am
Unrechten Orte? Man sieht den Armen ergreifen,allmählich hinunter ins Gcfangniß führen: immer
wird des Lichts weniger, Nun ist das Nachtgesang-niß da. Ec wird gegeisselt, angefchmiedet, ihmwird Arbeit gegeben: nun verlaßt ihn sein Züchti-ger und er sieht um sich Nur Nacht, nur dich-te, niedrige Mauer, fühlt an sich nur schwere Fes-seln. Er kann nur rufen und auch seine Stimmehallt fürchterlich eingeschlossen andern unhörbar,wieder.
Der Raum mangelt mir, um über einigeStellen der folgenden Kapitel zu reden. Kap. 3 ,5 i. kann das kaum von weinest,
hergcleitet werden, weil cs in allen übrigen Stellendieses Buchs in dieser Bedeutung nicht vorkommtUnd so auch schwer mit kottstruilt werden
könnte. Da es sonst ordentlich angkeiftst/ zufttzkttim Kampf (im Spott sogar) bedeutet; so dünktmich dies auch hier der leichteste Sinn, Und ähn-liche Phrasen sind in den elegischen Psalmen nichtHerders Werke z. Rel. u. Lhevl. VH. M