I. Lieder der Liebe.
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und Wachen, wie ein armes, reines Landmadchen.So steht sie auf, so sucht sie, so ruft sie, so be-gegnen ihr die Wächter, so beschwört sie die Töch-ter Jerusalems als eine Unbekannte, so antwortenihr diese; kurz, dies Niedrige, Garten- und Land-mäßige ist die Seele dieses vorlreflichcn Liedes.Sezet eine Königin im Goldsaal an die Stelle,und alles ist verschwunden-
Der Anfang des Stücks hat einen so ausser-ordentlichen stillen Naturreitz, daß ich etwas dar-über zu sagen verstumme. Das Schlafen, „aberdas Herz wacht" die Stimme des Geliebten,das Klopfen, die Namen, mit denen er sie an-redet, die Beweggründe seiner flehenden Bitte:ihr Säumen, ihr Tändeln, das mühsame Kleid,
der reine Fuß-und wie er nun am Niegel
regt, sich selbst öffnen will; wie sie zusammen fahrt,aufsteht, eilt, öffnet, unvermuthet die Hand vollMyrrhen hat, die Finger voll Salbe des stillen
Opfers seiner Liebe-und Er hinweg ist,
nicht da ist, nicht spricht, nicht antwortet: „DirSeele war mir entwichen, ich war ja ausser undnicht Key mir, daß ich schwieg, da er sprach, daßich träumte, da er klopfte-" Armes Mäd-
chen! du mußt dein Säumniß nun mit später Reue,Wunden und Angst küssen.
Wie sie nun umgeht! wie sie irret! nächtlichängstlich suchet und irret! bis an die Mauer ge-räth und den Wächtern in die Hand fällt, die sieals eine unedle behandle», sie verwunden, ihr denSchleier der Ehrbarkeit und jungfräulichen Zier