I. Lieder der Liebs.
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die Kedarcnen, d. i. die umziehenden Hirten?, mei-stens in Gegenden, die sie Nvubha, d, i. schöneLust nennen, wo sie Aussicht haben, und grüneWeiden und Wasserquellen, wo also das Herz desziehenden dürstenden Morgeuländers mit dem An-blick solcher Zelte erquickt wird ei). — — Und daßendlich auch Salomo sie nicht verschmähe, daß auchEr unter solchen Zelten wohne; der Zusatz giebtdem Bilde die schönste Farbe. Sie ist in ihrerNiedrigkeit groß , in ihrer von Salomo geliebtenSchwärze lieblich: —
wie Kedareinsche Decken,
wie Salomonische Zelte,
Das Uebrige ist in gleichem Tone der Unschuldund Landeinfalt. Ihre Neiderinnen macht sie zuVertrauten ihres Schicksals, das hart war in frü-her Jugend. Ihre Brüder selbst, die sie „Söhne„ihrer Mutter" nennt, um das Unrecht, das sieihr thaten, ganz zu zeigen, stiesscn sie aus ihresVaters Hause. Sie mußte ihnen Magd, Wein-berghüterin , werden; ihnen sollte sie Haab' undGut bewachen, und ihre eigene, einzige Haabe,der Reichthum, den ihr die Natur verliehen, gingdamit unbarmherzig verloren. Wie ländlich aber-mals diese Vergleichung, daß sie die Schönheitschlechthin ihren Weinberg nennet! Ihr Reichthumist nun dahin, durch den Blick der Sonne ihr ge-raubet — —
ä) D'Arvieux Reisen, LH. 3 . S. 2iß. 21».