Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
70
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70 Vierter Tag. Siebente Geschichte.

und Lagina. Diese kamen eilig gelaufen und fanden denPasquino nicht allein todt, sondern auch schon aufge-schwollen, und im Gesichte und auf dem Leibe voller dunk-ler Flecke. Als Stramba dies gewahr wurde, rief er so-gleich: „Abscheuliches Weibsbild, Du hast ihn vergiftet!"und erhub einen solchen Lärm, daß Viele, die in derNachbarschaft des Gartens wohnten, davon hörten. Alle,die darüber herbeiliefen, den tobten und geschwollenen Kör-per sahen, und hörten, wie Stramba wehklagte und dieSimona beschuldigte, Jenen hinterlistig vergiftet zu haben,glaubten, es verhalte sich wirklich, wie Stramba vorgab,da auch das Mädchen vor Schmerz über den Unfall, derihren Geliebten ihr so plötzlich entrissen, wie außer sichwar und sich nicht zu vertheidigen wußte.

So wurde sie denn ergriffen und unter heftigem Wei-nen auf den Palast des Podesta geführt. Hier brachtenStramba, Atticciato und Malagevole, lauter Cameradendes Pasquino, die sich inzwischen eingefunden hatten, ihrBegehren so ungestüm vor, daß einer der Richter dasMädchen, ohne weiteren Aufschub, über den Hergang derSache zu befragen anfmg. Da es ihm nun dabei garnicht einleuchten wollte, daß sie in böser Absicht gehandelthabe und schuldig sei, beschloß er, die Leiche, den Ort,wo sich Alles zugetragen, und die Nebenumstande, vondenen sie ihm gesprochen, in ihrem Beisein in Augen-schein zu nehmen; denn aus ihrer Erzählung wußte er sichnicht recht zu vernehmen. Zu dem Ende ließ er sie, unterVermeidung alles Aufsehens, in den Garten zurückbringen,wo der Leichnam des Pasquino, aufgeschwollen wie eineTonne, noch immer am Boden lag.

Als der Richter nachkam, verwunderte er sich sehrüber das Ansehen des Tobten und fragte sie, wie es dennnun gewesen sei. Das Mädchen erzählte zuerst Alles,was vorher geschehen, und trat alsdann, um dem Richterdas Ereigniß desto vollständiger vorzustellen, an den Sal-beibusch und rieb sich, sowie Pasquino gethan, mit einem