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2 (1843)
Entstehung
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Der giftige Salbeibusch.

von den Blättern desselben die Zähne. Stramba undAtticciato nebst Pasquino's übrigen Freunden und Ge-fährten verhöhnten Alles, was Simona vorbrachte, inGegenwart des Richters als alberne Erfindungen, ver-doppelten ihre Anklagen gegen sie und verlangten nichtsGeringeres, als daß sie mit dem Feuer für solche Ver-ruchtheit bestraft werden solle. Das arme Mädchen aber,das aus Schmerz über den Verlust ihres Geliebten undaus Angst vor der Strafe, die Stramba für sie begehrte,die Sprache verlor, wurde nun, in Folge des Salbei, mitwelchem sie sich die Zähne gerieben, von denselben Zu-fällen, denen früher Pasquino erlegen, zum großen Er-staunen aller Umstehenden betroffen.

Glückliche Seelen, denen das Loos zu Theil ward, audemselben Tage ihre glühende Liebe und dies irdische Lebenendigen zu sehen. Doppelt glücklich, wenn Ihr Beide ei-nem gemeinschaftlichen Aufenthaltsort zueiltet. Ueberselig,wenn man auch jenseit liebt, und wenn Eure Liebe dortebenso fortdauert, wie sie diesseit Euch durchdrang. Amglücklichsten aber ist nach unserem Dafürhalten, die wiram,Leben geblieben sind, als sie starb, Simona zu prei-sen, weil das Geschick nicht zuließ, daß ihre Unschuld demZeugnisse des Stramba, des Atticciato und des Mala-gevole, welche Wollkratzer oder noch geringeres Volk seinmochten, erläge, sondern ihr einett ehrenvolleren Weg be-reitete, auf dem sie durch denselben Tod, den ihr Gelieb-ter gestorben, sich der Schmach entriß, die Jene ihr zu-gedacht, und der vielgeliebten Seele ihres Pasquino nach-folgte.

Der Richter, der gleich allen klebrigen höchlich überdies Schauspiel erstaunte, wußte nicht, was er sagen sollte,und blieb in langem Schweigen. Als er sich endlichwieder gefaßt hatte, sagte er:So muß denn dieser Sal-bei giftig sei, was doch sonst nicht die Art der Pflanzeist. Damit sie aber in Zukunft Niemanden auf solcheWeise mehr schade, soll man sie bis zu den Wurzeln ab-