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2 (1843)
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Vierter Tag. Vierte Geschichte.

jemals gesehen, solche Gefühle erzeugt hat, sondern auch,wie Beide dadurch jämmerlichen Tod erlitten haben.

Wilhelm, der zweite König von Sicilien, hatte, wiedie Sicilianer berichten, zwei Kinder, von denen der SohnRuggieri, die Tochter aber Constanza hieß. Ruggieri hin-terließ, als er noch vor seinem Vater starb, einen Kna-ben, Namens Gerbino, der vom Großvater mit besonderer !Sorgfalt erzogen ward und zu einem jungen Manneheranwuchs, der durch Schönheit ausgezeichnet und wegenseiner Tapferkeit und seines adlichen Betragens berühmtwar. Der Ruhm von ihm blieb aber nicht innerhalb derGrenzen Siciliens, sondern ertönte in verschiedenen Ge-genden der Welt und war besonders in der Berberei, diezu jenen Zeiten den Königen von Sicilien steuerpflichtigwar, verbreitet.

Unter den Andern, denen hier der glanzende Ruhmvon Gerbino's Tugenden und Ritterlichkeit zu Ohrenkam, war eine Tochter des Königs von Tunis, die, nachDem, was Alle, die sie jemals gesehen, von ihr sagten,eines der schönsten Wesen, die jemals von der Natur ge-formt worden, und dabei von erlesenen Sitten und großer,edler Seele war. Wie sie nun überhaupt gerne von ehren-werthen Männern reden hörte, so vernahm sie besondersdie rühmlichen Thaten des Gerbino, die ihr bald von demEinen und bald von dem Andern berichtet wurden, mitAufmerksamkeit und fand an ihnen ein solches Wohl-gefallen, daß sie sich in ihrer Einbildungskraft ein Bildvon ihm entwarf, sich auf das heftigste in ihn verliebte,und lieber als von irgend einem andern Gegenstände vonihm redete und reden hörte.

Zugleich war aber auch, sowie in andere Gegenden,nach Sicilien der große Ruhm von der Schönheit unddem Edelsinn jener Prinzessin gedrungen und hatte, nichtohne Wohlgefallen des Hörers, in Gerbino's Ohren Ein-gang gefunden, ja ihn mit nicht minderer Gluth für sieentflammt, als dje war, in welcher die junge Dame sich