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2 (1843)
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Vierter Tag. Dritte Geschichte.

zog sie liebe. Als er sie fragte, wie es zugehe, daßNinette bei ihr sei, antwortete Madelon mit einer langenFabel, die sie sich ersonnen, um ihn zu tauschen, welcherer indes, vermöge seiner Schlauheit, so wenig Glaubenbeimaß, daß sie sich bald von ihm in die Enge getriebensah und ihm nach vielem Hin- und Herreden die Wahr-heit gestand. Da ließ sich Folquet von seinem Schmerzüberwältigen, zog wüthend den Degen und tödtete sie,ohne ihren Bitten um Gnade Gehör zu geben. Dannaber ließ er, in der Furcht vor dem Zorne und der Ge-rechtigkeit des Herzogs, die Leiche im Zimmer liegen, gingmit scheinbar heiterer Miene in das Gemach, wo Ninettesich befand, und sagte zu ihr:Gehen wir schnell dahin,wo ich nach dem Willen Deiner Schwester Dich hinbringen soll, damit Du nicht wieder in die Hände desHerzogs fällst." Ninette glaubte seinen Worten, und dasie in ihrer Angst nichts sehnlicher wünschte, als bald fortzu kommen, ging sie, ohne von ihrer Schwester weiterenAbschied zu nehmen, in der Dunkelheit, die schon einge-brochen war, mit Folquet. So eilten sie denn mit demwenigen Gelbe, das Folquet hatte nehmen können, zumMeeresufer, bestiegen einen Kahn und entflohen, ohne daßman je erfahren, wohin sie gelangt seien.

Als Madelon am andern Morgen ermordet gesundenward, hatten Einige aus Neid und Haß gegen Uc nichtsEiligeres zu thun, als dem Herzog die Kunde zu hinter-bringen. Der Herzog eilte, wegen seiner großen Liebe fürMadelon über das Geschehene doppelt aufgebracht, sogleichin das Haus, nahm Uc und seine Geliebte gefangen undwußte sie, da sie von dem Hergange der Sache, nämlichvon Folquet's und Ninsttens Flucht, noch nichts wußten,zu zwingen, daß sie sich als Folquet's Mitschuldige undals Madelon's Mörder bekannten. Da sie nun in Folgedieses Geständnisses mit Recht für ihr Leben fürchteten,bestachen sie mit vieler Mühe ihre Wächter, indem sieibnen einen Theil des Geldes überwiesen, das sie aus vor-