vor die Augen kommen zu lassen, damit sie dasselbe vonjenem frommen Leben nicht abziehen möchten; vielmehrredete er ihm statt Dessen nur von der Herrlichkeit desewigen Lebens, von Gott und seinen Heiligen, und lehrtees nichts als fromme Gebete.
In solchem Leben erhielt er den Kleinen viele Jahrelang, ließ ihn nie aus der Zelle gehen und duldete nicht,daß der Knabe Jemand anders als ihn zu sehen bekam.Filippo war aber gewohnt, zu Zeiten nach Florenz zuwandern, von wo er, nach seinen Bedürfnissen von gottes-fürchtigen Leuten unterstützt, in seine Zelle heimkehrte. Dageschah es denn, daß, als der Sohn das achtzehnte Jahrerreicht, der Vater aber bereits alt geworden war, jenerdiesen frug, wohin er gehe, worauf Filippo ihm dieWahrheit sagte. Darauf entgegncte der Sohn: „Vater,Ihr seid nach gerade alt und ertragt die Arbeit nur mitMühe. Warum nehmt Ihr mich nicht einmal mit nachFlorenz und macht mich mit den gottesfürchtigen Freun-den bekannt, damit ich dann, so oft Ihr es wünschet,allein nach unseren Bedürfnissen in die Stadt gehen kann,und Ihr zu Hause bleibt?" Der Vater erwog, wie seinSohn schon groß und an ein gottgefälliges Leben so ge-wöhnt sei, daß die Verlockungen der Welt ihn wol schwer-lich würden an sich ziehen können, und sagte bei sichselbst: „Er hat nicht Unrecht." Demzufolge nahm er ihnmit, als er hineinging.
Wie der junge Mensch nun Paläste, Hauser, Kirchenund alle die andern Schönheiten sah, von denen Florenzvoll ist, und deren er, so weit seine Erinnerung reichte,noch niemals gesehen hatte, verwunderte er sich ausneh-mend und fragte bei vielen den Vater, wie sie genanntwürden. Der Vater gab ihm Auskunft, und wenn erdann den Namen vernommen, war er zufrieden und fragtenach etwas Anderem. Während der Sohn also frug, undder Vater antwortete, geschah es, daß sie einer Schaarschöner und geschmückter junger Mädchen begegneten, die