Einleitung.
in solcher Maße sich vervielfältigt haben möchten, daß siemich mit geringer-Mühe in den Grund bohren und Eure,wenn auch noch so großen, Kräfte nichts mehr dagegenvermögen würden. Bevor ich mich indeß darauf cinlasse,irgend Jemandem Antwort zu ertheilen, will ich zu meinerRechtfertigung nicht eine vollständige Geschichte erzählen,weil es sonst scheinen könnte, als wollte ich meine Ge-schichten mit denen einer so ehrenwerthen Gesellschaft, alsdie oben beschriebene war, vermengen, wol aber einen Theilvon einer Geschichte mittheilen, damit diese Mangelhaftig-keit selber sie von jenen unterscheide.
So sage ich denn zu meinen Widersachern, daß inunserer Stadt schon vor geraumer Zeit ein Bürger, Na-mens Filippo Balducci, lebte, der, obgleich von ziemlichgeringem Stande, dennoch bemittelt und wohlerzogen undfür seine Umstände ungewöhnlich welterfahren war. Dieserhatte eine Frau, die er auf das zärtlichste liebte, und sieihn ebenso, sodaß sie bei ihrem sorgenfreien Leben sichBeide nichts so angelegen sein ließen, als Eines dem An-dern recht viel Freude zu machen. Nun geschah es, wiedereinst uns Allen geschehen wird, daß die gute Frau ausdieser Welt ging und ihrem Filippo nichts als einen ein-zigen Sohn hinterließ, der etwa zwei Jahre alt sein mochte.Der Mann verfiel über den Tod seiner Frau in solcheSchwermuth,- als nur jemals Einer, der den Gegenstandseiner Liebe verlor; und da er sich der Gesellschaft beraubtsah, die ihm unter allen die liebste gewesen war, beschloßer, nicht mehr der Welt angehören, sondern sich demDienste Gottes widmen und seinen kleinen Sohn gleichemBerufe zuführen zu wollen. Zu dem Ende vertheilte ersein ganzes Vermögen als Almosen, begab sich sodannauf den Monte Asinajo und bezog daselbst mit seinemSohne «ine kleine Zelle. Während er nun, von Almosenernährt, mir dem Kinde in Fasten und Beten fortlebte,nahm er sich gar sehr in Acht, in dessen Gegenwart we-der von weltlichen Dingen zu reden, noch dergleichen ihm
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