Druckschrift 
13 (1853) Die beiden Admirale : ein See-Roman
Entstehung
Seite
632
Einzelbild herunterladen
 

632

Meine thenrc Mrs. Dntton, nehmen Sie doch ein GinsWasser," sagte Sir Gervaise nnd näherte sich ihr freundlich;Ihre Nerven sind in letzter Zeit stark erschüttert worden, sonstwürde eine solche Kleinigkeit sie nicht so ergreifen!"

Das ist cs nicht," rief die Matrone mit schwacher Stimme.Das ist es nicht! O, so ist endlich doch der fürchterliche Augen-blick gekommen, und von Grund meines Herzens danke ich Dir,mein Herr und mein Gott, daß er ohne Schmach und Schandeherangekommen ist!"

Bei den letzten Worten hatte sich die Sprechende auf ihre Knieeniedergelassen nnd hielt, wie im brünstigen Gebete, die Hände genHimmel.

Mutter! tbcncrstc, thenerste Mutter!" ricf Mildrcd, derMatrone um den Hals fallend.Was meinst du damit? Welchesneue Unglück ist dir heute zugestoßen?"

Mutter! Ja, süßes Kind, du bist nnd sollst immer meinKind sein. Das ist die Qual, vor der ich am meisten gezitterthabe doch was sind unbekannte Bande des Blutes gegen Ge-wohnheit, Zuneigung nnd die sorgsame Liebe einer Mutter? Habeich dich gleich nicht geboren, Mildrcd deine rechte Mutterhätte dich nicht mehr lieben, hätte nicht williger für dich sterbenkönnen, als ich I"

Der Kummer hat sic verwirrt, liebe Herren," sprach Mildrcd,indem sie sich sanft aus ihrer Mutter Armen los machte und ihrwieder aufstchcn half.Wenige Augenblicke der Ruhe werden siegewiß wieder zu sich bringen."

Mein theurcs Kind jetzt muß cs kommen cs solltejetzt kommen denn nach dem, was ich soeben gehört habe, wärecs unverzeihlich, wenn cs jetzt nicht käme. Habe ich Euch ver-standen , Sir seid Ihr wirklich bei der Trauung von AgnesHedworth mit dem Bruder des AdmiralsBlucwatcr zugegen gewesen?"

Darüber ist wohl kein Zweifel mehr, Madame. Ich und