Druckschrift 
13 (1853) Die beiden Admirale : ein See-Roman
Entstehung
Seite
570
Einzelbild herunterladen
 

570

er sie erkannte, durchschaute er sie auch so klar, daß augenblicklichalle Zweifel verschwanden, welche einen weniger männlichen Geistin ihre Schatten gehüllt haben würden.

Bei gegenwärtiger Veranlassung war er gewiß, daß Nichts Vor-fällen würde, was seine Ruhe stören könnte, und so genoß er sie denn,als ob er sich mit voller Behaglichkeit und im schönsten Frieden ausder torim lirm-r befunden hätte. Unähnlich Denen, welche an solcheScenen der Aufregung nicht gewöhnt sind, kleidete er sich mit voll-endeter Kaltblütigkeit aus, und kaum war sein Haupt auf dasKissen gesunken, als er auch alsbald in tiefen Schlaf verfiel.

Für einen unerfahrenen Zuschauer müßte cs wohl einen merk-würdigen Gegenstand der Beobachtung abgegeben haben, wenn erdie Art und Weise bemerkt hätte, wie die beiden Flotten in dieserNacht gegen einander manövrirtcn. Nachdem sic sich mehrere Stun-den lang umsonst angestrengt hatten, um ihre Feinde in den Bereichihrer Kanonen zu bringen, gaben die Franzosen, nachdem der Mondam Himmel erschienen war, die Sache für eine Zeitlang auf, ver-kürzten ihre Segel, und die Mehrzahl ihrer höheren Offiziere begabsich zur Ruhe.

Die Sonne war eben im Anfstcigcn begriffen, als Galleygo,den Befehlen gemäß, die er in voriger Nacht erhalten, seine Handauf die Schulter des Viceadmirals legte. Diese Berührung genügte- im nächsten Augenblicke war Sir Gcrvaise vollkommen wach.

Nun," fing er an, indem er eine fitzende Stellung annahmund sogleich mit der Frage begann, welche einem Seemanne immerzuerst beifälltwie steht's mit dem Wetter?"

Eine gute Bramsegelbrise, Sir Jarvy, gerade wie unserSchiff sie nöthig hat. Wenn Ihr es nur auf jene Johnny Cra-paud's los lassen wolltet in einer halben Stunde wäre cs mittenunter ihnen, wie der Falk unter den Küchlein. Dabei habe ichEuer Gnaden zu vermelden, daß das letzte Huhn zum Frühstückaufgetragcn werden muß, wenn wir nicht dem Hauptproviantmeister