459
„Es wäre ein großer Triumph für uns, Grecnly," begann ernach einer längeren Pause, „wenn Denham, ohne seinen Kurs zuändern, an ihnen vorbeipassiren könnte. Es hätte etwas Männlichesund ächt Seemännisches an sich, wenn eine schwächere Flotte ausdiese Art an einer ihr überlegenen Abtheilung vorüberzöge."
„Ja, Sir, aber cs könnte uns auch eine schöne Fregattekosten. Es wird dem Grasen nicht schwer werden, seine Haupt-deckskanonen auf der Luvseite loszufeuern, und eine Salve vonzweien oder dreien seiner vorderen Schiffe möchte Denham am Endedoch manche Spiere mitnehmen, die er gerade in einem solchenAugenblicke schmerzlich vermissen würde."
Sir Gervaise legte die Hände auf den Rücken, ging eine Minutelang aus dem Verdecke hin und her, und sagte dann mit entschlosse-nem Tone:
„Bunting, gebt der Chloe das Signal, zu vieren. Bei dieserSee und mit so verkürzten Segeln durch den Wind zu wenden, istfür sie keine schwere Aufgabe."
Bunting hatte diesen Befehl zum Voraus geahnt, und warsogar so weit gegangen, die Quarticrmeister heimlich anzuweisen,daß die nöthigen Flaggen fcstgcknüpft werden sollten, so daß SirGervaise noch nicht ausgesprochen hatte, als auch schon das Signalam Vorstengentopp flatterte. Die Chloe war eben so flink, dennauch sie hatte jeden Augenblick diesen Befehl erwartet, und noch eheihre Antwortsflaggc gesehen werden konnte, war ihr Steuer bereitsin der Höhe und das Kreuzstcngcntoppsegel eingehißt, so daß ihrGallion rasch gegen den Feind abfiel.
Diese Bewegung schien von Allen erwartet worden zu sein. Inder That war sie auch bis auf den letzten Augenblick hinausgeschobenworden, denn als jetzt die Fregatte dem vordersten französischen Schiffgerade gegenüber stand, fiel dieses um drei bis vier Punkte vom Windab und ließ in demselbenAugenblick alle Kanonen des Vorkastells, so wiedie Batterien aus dem Hauptdeck zumal gegen den Feind losdonnern.