hielten ihre Schiffe, nicht weil sie etwas vom Seefahren verstanden,sondern weil ihre Väter Grafen und Herzoge waren."
„Ist unser Dienst etwa gänzlich frei von dieser Art von Be-günstigung?" fragte ruhig der Kapitän.
„Nichts weniger als das, Greenly; sonst wäre Morganic nichtim zwanzigsten, der alte Parker dagegen erst im fünfzigsten JahreKapitän geworden. Bei uns gleiten übrigens die einzelnen Ständedoch so ziemlich unmerklich in einander über, so daß dadurch derEinfluß der Geburt in hohen: Grade neutralisirt wird — nichtwahr, Atwood?"
„Gewisse Stände wissen es allerdings so einzurichten, Sir Ger-vaise, daß sie jedesmal in die besten Stellen Hineingleiten —wenn ich denn doch einmal die Wahrheit sagen soll."
„Nun, das ist kühn genug für einen Schotten!" versetzte derViccadmiral in guter Laune. „ Seit der Thronbesteigung des HausesStuart haben wir eine Brücke über den Tweed gebaut, welche dieLeute nur in einer Richtung passiren läßt. Ich zweifle durch-aus nicht, daß dieser Sohn des Prätendenten halb Schottland aufseinen Fersen mit sich bringen wird, um alle diejenigen Posten aus-znfüllen, welche sie für ihre Verdienste als passend erachten. Ver-sprechungen — nun, sie gewähren allerdings ein bequemes Mittel,um genossene Wohlthaten zu belohnen."
„Nach Allem, was ich höre, scheint diese Geschichte im Nordendoch ziemlich ernsthaft zu werden," meinte Greenly. „Dieß ist,glaube ich, auch Mr. Atwoods Meinung von der Sache?"
„Man wird sie allerdings ernsthaft genug finden, wenn SirGervaise's Ansicht über die Wohlthaten sich als richtig erweisensollte," gab der unerschütterliche Sekretär zur Antwort. „Schott-land ist ein kleines Ländchen, dabei aber doch voll kühner Geister,sobald diese Gelegenheit finden, sich zu bewähren."
„Nun, nun, dieser Krieg zwischen England und Schottland
') Der südlichen nämlich.
D. N.