278
„Vielleicht habt Ihr recht, Sir. Der Grund aber, warumich Euch frage, was ein uullus bedeutet, liegt darin, daß Sir Wy-chcrlp, der nur mit der angestrengtesten Mühe zu sprechen ver-mochte, seinen Neffen und Erben, Mr. Thomas Wuchccombe, zuwiederholten Malen mit diesem Beiworte benannte."
„That er das wirklich! Sagte er vielleicht nicht—statt EuresAusdrucks — Mus nullius?"
„Ich glaube eher, eS war uullus — doch kann's wohl sein,daß ich auch das Wort lilius ein oder zwei Mal von ihm flüstern hörte."
„Ja, ja, Sir, das wird's gewesen sein; und sehr lieb istmir's, daß Sir Wycherly von der Sache weiß, da sich der jungeMann, wie ich höre, die Miene gibt, als ob er die Sache untereinem andern Gesichtspunkt betrachten dürfe, Filius nullius ist näm-lich der gesetzliche Ausdruck für ,Sohn von Niemand' oder,Bastardswie Ihr jetzt wohl verstehen werdet. Ich weiß zuverlässig, daß die-ses unglückliche Beiwort Mr. Thomas Wpchecombe gebührt, dessenVater, wie ich durch die triftigsten Beweise erhärten kann, niemalsmit seiner Mutter vermählt gewesen ist."
„Aber, Sir Reginald, der unverschämte Schuft trägt doch zumBeweise des Gegcntheils ein Certificat in seiner Tasche, das voneinem Prediger an einer Londoner Pfarrkirche unterzeichnet ist."
Der Baronet ans Hertsordshire schien bei dieser Versicherungseines militärischen Gefährten überrascht; doch Sir Gcrvaise erklärteihm, was zwischen ihm selbst und dem jungen Manne vorgegangenwar, und so blieb kein weiterer Zweifel über die Thatsache übrig.
„Da Ihr das Dokument selbst gesehen habt," begann SirReginald von Neuem, „so muß sich die Sache wohl so verhalten,und dieser irregeleitete Knabe scheint daraus gefaßt, jeden, auchnoch so verzweifelten Schritt zu wagen, um sich des Titels und derHerrschaft zu bemächtigen. Alles, was er über ein schon vor-handenes Testament sagt, ist wohl nur reine Fabel, denn keinMensch von gesundem Verstände wird wohl seinen Hals daran