von der Thatsachc überzeugt, daß Baron Wychecombe niemals ver-heirathet gewesen war, und folglich Tom und seine Brüder mitkeinem bessern Rechte als er selbst aus die Wychecombe sehe Herr-schaft Erbschastsansprüchc erheben konnten. Auch begriff er voll-kommen, daß gar kein gesetzlicher Erbe vorhanden war, und daßdie Güter somit an die Krone hcimsallen mußten, wenn nicht etwader zeitliche Besitzer ein Testament hinterlicßc; was dieses Letzterebetras, so wußte er auch aus sehr guter Quelle, daß Sir Wychcrlyeinen unüberwindlichen Widerwillen dagegen hegte.
Unter solchen Umständen wird es wohl kaum überraschen, wennder Hertfordshirer Baronct bei dieser unerwarteten Einladung andas Krankenlager seines entfernten Verwandten sich nichts anderesciubildete, als daß seine eigenen Ansprüche zuletzt doch noch, wennauch spät, anerkannt worden seien, und daß er nun selbst in denBesitz der Güter seiner anerkannten Vorfahren eingesetzt werdensollte. Noch weniger wird man sich wundern, wenn er, von dieserAnsicht ausgehend, der Aufforderung ohne Zaudern zu willfahrenversprach, und seine politischen Interessen auf Augenblicke hintau-zusetzen beschloß, um doch auch ein wenig auf seinen zeitlichenVorthcil Bedacht zu nehmen.
Der Leser wird sich übrigens erinnern, daß Sir Reginaldserwartete Ankunft und den Umstand mit dem Halbblute ausgenom-men — letzteren wußte übrigens Tom allein in seiner wahrenBedeutung zu würdigen — alle übrigen Details den Bewohnernvon Wychecombe — unbekannt waren. Ihre Gedanken warenauf den Zustand ihres Wirthes gerichtet, und deshalb wurde dennauch nur wenig gesagt oder gethan, was nicht diese seine besondereLage zum Gegenstände gehabt hätte. Da mau übrigens wußte,daß die Aerzte das Krankenzimmer vor jedem Besuche streng ver-schlossen hielten, so nahm die ganze Gesellschaft einstweilen inmelancholischem Schweigen ein Frühstück ein und erwartete gedul-dig den Augenblick, wo sie bei dem Patienten vorgelasscn werden