223
Mädchen für sich zu gewinnen hofften,und was ihnen anAnziehungskrastabgeht, das suchen sie meistens durch List und Schmeichelei zu ersetzen.Doch unfern neuen Freund will ich gerne von alle Dem srcisprcchen."
„Wäre er mein leiblicher Vater gewesen, thenerstc Mutter,seine Sprache, so wie die Theilnahme, die er mir schenkte, hätteunmöglich zärtlicher sein können. Ich habe cs in der That ent-zückend gefunden, dem Rathe eines solchen Mannes znzuhören; dennin der Regel behandeln mich die Männer nicht auf diese aufrichtige,väterliche Weise."
Mrs. Dnttons Lippe bebte, ihre Augenlider zitterten und einpaar Thräncn rollten ihr über die Wangen herab.
„Für dich ist cs noch etwas Neues, Mildred, die Sprache deruneigennützigen Liebe und der Lebensweisheit von einer Person seinesAlters und Geschlechts zu vernehmen. Ich tadle es nicht, wenn dumit Vergnügen seinen Worten lauschest, und will dich blos erinnern,daß du jederzeit die Zurückhaltung beobachtest, wie deine Jugendund dein Stand sic von dir erheischen. — Doch horch! dort hörstdu die Ruder seiner Barke im Wasser plätschern."
Mildred lauschte; der abgemessene aber rasche Ruck der Ruderin den Rojeklampen stieg ebenso vernehmlich in die stille Nachtlnftempor, als er wohl in dem Boote selbst gehört wurde. Im nächstenAugenblicke schoß eine achtrndrige Barke rasch unter der Klippe her-vor und glitt in schnurgerader Linie auf eines der Schiffe zu, dasam Ende seiner Gaffel so wie am Topp des Bcsanmastes je eineLaterne aufgehißt hatte, während an der Spiere seines Krcuzsegelsdie Nachtflagge eines Contrcadmiralü herabflatterte.
Der Kutter lag dem Landungsplatz am nächsten, und so wiedie Barke sich demselben näherte, hörten die beiden Frauen denlauten Anruf: „Boot ahop!" Die Antwort wurde vonBlucwaterjelbst gegeben, und war an dem milden, wahrhaft seingebildetenTon seiner Stimme deutlich zu erkennen. Sie lautete einfach:„ Contrcadmiralsflagge!"