Denen, ,die von ihm abhäugeiff, geliebt wird, ist etwas so Natür-liches, daß ich cs gar nicht in Anschlag bringe."
„Der Erbe einer so bedeutenden Herrschaft!" wiederholteMildred mit der ganzen natürlichen Anmnth ihrer Stimme, undnahm wieder rußig den Arm, den sie ohne alle Umstände ver-lassen hatte. „Theurer Sir, Sie sprechen doch hoffentlich nichtvon Mr. Thomas Wychecombe, Sir Wychcrly's Neffen?"
„Von wem sollte ich denn sonst sprechen? Hat er Sie nichtgleich einem Schatten den ganzen Tag begleitet? -— und ist ernicht so auffallend in seinen Aufmerksamkeiten, daß er kaum füruöthig hält, seine Bewerbung geheim zu halten?"
„Ist Ihnen dieses wirklich ausgefallen, Sir? Ich gestehe, ichhabe es nicht so angesehen. Wir sind in Wychccombe-Hall so genaubekannt, daß wir sogar erwarten, die ganze dortige Familie gütiggegen die unserige zu finden. Doch mögen Sie nun mit IhrerVermuthung Recht haben oder nicht — Admiral Blucwatcr — soviel ist gewiß: Mr. Thomas Wychecombe wird mir stets gleichgül-tig bleiben, und als Beweis, daß ich Ihre Warnung eben so auf-richtig und freundlich aufnehme, wie sie von Jlmeu crtheilt wurde— will ich noch hinzufügeu, daß er nicht gerade zu meinen beson-dcrn Lieblingen gehört."
„Das höre ich mit Vergnügen. Da ist sein Namensvetter,unser junger Lieutenant, ein stattlicher, trefflicher Junge, wie nurje cmer lebte — wollte der Himmel, er würde sich nicht so aus-schließlich nur seinem Stande widmen, daß er dadurch für jedeandere Schönheit als die eines Schiffes gänzlich unempfindlichwerden muß. Wären Sic meine eigene Tochter, Mildrcd, diesemJungen könnte ich Sie eben so bereitwillig übergeben, als ich ihmmeine Güter verleihen würde — wenn er mein Sohn wäre."
Mildrcd lächelte — doch war der schelmische Ausdruck ihresGesichts nicht ganz ohne Beimischung von Kummer. Sic besaßübrigens Selbstbeherrschung genug, um ihre Gefühle in sich zu