156
angeschrieben, nnd ich brauche somit blos zu sagen: seid wachsamund schnell.
„Mit der aufrichtigsten Treue und Ergebenheit,mein theurcr Bluewatcr
der Eurige
re. re.
„An Contreadmiral Bluewatcr."
„P. S. — So eben höre ich, daß man Euch das rothe Bandzugeschickt hat. Dahinter steckt der König selber."
Nachdem Sir Verwaise diese kostbare Epistel zu Ende gelesenhatte, begann er den Brief langsam, aber mit fester, sicherer Stimmelaut vorzuleseu. Als er geendet hatte, faltete er das Papier wiederzusammen und schaute seinem Freunde schweigend iu's Gesicht.
„Fast konnte man hinter dem Burschen einen feinen Satprikcrvcrmuthen," begann Bluewatcr lachend. „Ich soll wachsam sein,und darauf sehen, daß du keine Meuterei anfäugst und an einemdieser nebeligen Morgen mit deiner Flotte nach den Hochlandendavon fliegst! Ja, ja, daß du sie nicht nach Schottland hinauf-führest, wie schon Galleygo meinte! Nun, sag'mir einmal deineMeinung über diesen Brief!"
„O, die ist kurz beisammen — alle Höflinge sind Buben undalle Fürsten undankbar. Das hätte ich am allerwenigsten erwartet,daß meine Anhänglichkeit, wenn auch nicht an die Pcrson, dochwenigstens an die gute Sache von England jemals verdächtigtwerden könnte."
„Dieß ist auch nicht im Mindesten der Fall. Mein Leben willich wetten, weder der regierende Monarch noch seine vertrautenDiener sind solche heillose Wichte, daß sie sich einer derartigenSchwäche schuldig machen könnten. Nein, nein, dieser Meisterstrcichist einzig und allein ans mich berechnet, denn durch ein Vertrauen,das, wie sic glauben, ein edelgesinnter Mann niemals vcrrathenkann, wollen sic sich meiner noch besser versichern. Dieß ist ein