Druckschrift 
13 (1853) Die beiden Admirale : ein See-Roman
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

begann; »üt Mühe zwang sie sich beim Abschied zu einem freund-lichen, muntern Lächeln, aber ihre Lippen zitterten, und als sie mitMildred das Gesellschaftszimmer erreichte, strömten ihr die HellenThräncn über die Wangen herab.

Noch nie hatte sich Mrs. Dutton, selbst nicht gegen ihre Tochter,über das unverbesserliche, entehrende Laster ihres Gatten geäußert;doch war es ihr unmöglich gewesen, die traurigen Folgen desselbenvor der Welt und noch viel weniger vor Jemand, der im Schooßder Familie selbst lebte, geheim zu halten. Einen Fehler, den dieMutter mit solcher Zartheit behandelte, konnte die Tochter natür-lich nicht berühren; doch hatten Beide dafür Einen Ersatzdengemeinschaftlichen Erguß ihrer Thränen, und dieser war ihnen sosüß geworden, daß sie in den letzten Jahren sehr häufig Trost daringesucht und gefunden hatten.

In der That, Mildrcd," begann die Mutter endlich, nachdemsie ihre Bewegung glücklich bcmeistcrt und ihre Thränen abgetrocknethatte, so daß sie dem lieblichen, hingebcnden Kinde wieder zärtlichin das holde Antlitz lächeln konnte,in der That, dieser AdmiralBlncwatcr thnt so bekannt mit dir, daß ich kaum weiß, was ichvon der Sache halten soll."

O, Mutter, er ist ein köstlicher, alter Herr! Er ist so freund-lich und dabei so offenherzig, daß er, fast noch che wir's wissen,unser Vertrauen gewinnt. Wundern sollte mich's aber doch, wenndas, was er über die edle Kühnheit und den hohen Mnth des Prin-zen Eduard gesagt, wirklich sein Ernst gewesen wäre!"

Natürlich sprach er im Scherze; das Ministerium wird wohlNiemand, als einem ächten Whig, das Kommando einer Flotte an-vcrtrauen. Ich kannte noch als Mädchen mehrere Mitglieder seinerFamilie, und habe immer nur mit Achtung und Verehrung vonihnen sprechen gehört. Lord Blncwatcr, der Vetter dieses Herrn,war ein vertranter Freund von Lord Wilmetcr, und kam mit diesemoft auf'S Schloß. Er selbst soll, wie ich mich gehört zu haben erinnere,