99
mann in der Gesellschaft aufsallen mußte, obwohl sich Niemanddieselbe zu deuten wußte.
„Sir Gervaise ist ein so erklärter Bewunderer des schönenGeschlechts," bemerkte der Contrcadmiral nach einer Weile, als ersich wieder gefaßt hatte, „daß ich nie erstaunt bin, wenn ich ihnüber dem Anblick einer Dame entzückt finde. Doch übt das Salz-wasser auch bei ihm seine gewöhnliche Wirkung, denn ich kenneihn nun schon länger, als er sich wohl gerne erinnern läßt, undhabe noch immer gefunden, daß sein Schiff die einzige Geliebte ist,die ihn beständig zu fesseln vermag."
„Ja, wohl darf ich behaupten, daß ich dieser, meiner Liebe,von jeher die standhafteste Treue bewahrt habe. Ich weiß nicht,ob cs Euch eben so geht, wie mir, Sir Wycherly — aber Alles,woran mich die Gewohnheit fesselt, das muß ich nun einmal lieben.Ich segle mit diesen beiden Herren hier schon so lange ans allenMeeren, daß ich eher daran denken könnte, ohne mein Fernrohr,als ohne sie in See zu gehen — nicht wahr, Atwood? Und wasdas Schiff betrifft, so weht meine Flagge nun schon seit zehn Jah-ren auf dem Plantagcnct, und obgleich Bluewater schon nach drei-jährigem Dienste behauptete, das gute alte Schiff sei zu schlechtfür meines Gleichen, so wäre ich doch um keinen Preis im Stande,es aufzugebcn. Ich muß den jungen Leuten immer und ewig wie-derholen, daß sie gar nicht lange genug aus einem Schiffe dienen,- um dessen gute Eigenschaften gehörig würdigen zu können. Unddoch bin ich noch nie auf einem trägen Segler gewesen."
„Ans dem einfachen Grunde, weil du niemals einen Schnell-seglcr besteigst, ohne ihn, ehe du ihn aufgibst, vorher von Grund ausabzunützcn. Der Plantagenet, Sir Wycherly, ist nämlich unterallen Zweideckern der rascheste Segler in Seiner Majestät Diensten,und der Viceadmiral kennt ihn viel zu gut, als daß er einen vonuns festen Fuß darauf fassen ließe, so lange seine Hölzer noch irgendznsammcnhalten."
7 "