bemerkte der Elftere trocken; „und Mit wird es immerhin sein,wenn man sich erinnert, daß jedes Ding seine zwei Seiten hat.Was man auch über Dettingen*) sagen mag, so viel wenigstens istgewiß, daß Fontenoi Seiner königlichen Hoheit keine Siegcsscderauf den Hut steckte."
„Sir Gervaise Oakes! Ihr glaubt doch nicht im Ernste an dieMöglichkeit, daß die Franzosen jemals eine brittische Armee zu über-wältigen im Stande wären!" rief der kurzsichtige Provinzbewohner,denn ein Solcher war Sir Wycherly Wychecombe, trotzdem, daßer einst im Parlament gesessen hatte, viertausend Pfund jährlicherEinkünfte genoß und einer der ältesten Adelssamilien in ganz Eng-land angehörte. „Das klingt ja fast wie Vcrrath, wenn man soetwas auch nur als denkbar zugeben wollte!"
„Bewahre uns der Himmel, mein theuerstcr Sir! Ich bineben so weit entfernt, etwas Achnliches annehmcn zu wollen, als derHerzog von Eumberland selbst nur immer cs sein kann, der neben-bei bemerkt, gerade eben so viel englisches Blut in seinen Adernhat, als etwa die Ostsee von dem Wasser des mittelländischenMeeres mit sich führt — nicht wahr, Atwood? Dabei fällt mireben ein, Sir Wycherly — ich muß Euch einigermaßen um Nach-sicht für meinen Freund, den Sekretär hier, bitten, der als Schotteeine starke Nationalvorlicbe für den Prätendenten und den ganzenKlan der Stuarts hegt."
„Ich hoffe nicht — wahrhaftig von ganzem Herzen hoff' ichdas nicht, Sir Gervaise!" rief Sir Wycherly mit einer Wärme,die nicht ganz frei von Unruhe war, da seine eigene Ergebenheitfür das neue Königshaus gänzlich rein und untadelhaft genannt
*) Die Schlacht bei Dettingen wurde (27. Juni 1743) von Georg H. per-sönlich gegen die Franzosen unter Noailles geliefert und endete mit der Niederlageder Letzteren.
In der Schlacht bei Fontenoi dagegen (11. März 1745) wurde das vereinigteHeer der Holländer und Engländer unter dem Herzoge von Eumberland von deintodkranken Marschall von Sachsen auf's Haupt geschlagen, was den Verlust vonTournai und ganz Flandern zur Folge hatte. D. U.