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„Habt Ihr kein Seil, Mr. Dutton, das Ihr mir über dieSchulter werfen könntet?" rief Wychecombe und hielt vor lauterErschöpfung inne, während er, ohne den gewonnenen Vortheilfahren zu lassen, mit dem Kopf nach außen, das Antlitz genHimmel gewendet, über dem gähnenden Abgrund da hing. „Werstmir ein Seil über die Schulter, und zieht meinen Körper gegendie Klippe."
Dutton hätte sür's Leben gern dem Wunsche gewillfahrt, aberseine Nerven waren noch nicht durch den üblichen Trunk aufgeregt,und seine Hände zitterten dergestalt, daß es noch höchst zweifelhaftschien, ob er nur diesen einfachen Dienst würde verrichten können.Wäre seine Tochter nicht gewesen, so würde er in der That kaumdamit zu Stande gekommen sein. An die Handhabung der Signal-leine gewöhnt, holte Mildred rasch das alte Tau herbei und hän-digte es ihrem Vater ein, der sich in der Art, wie er es handhabte,als wohlgeübten Seemann bewährte. Eiligst suchte er die Leinezu verdoppeln, und warf Wychecombe endlich den Schlupfen überdie Schulter; dann versuchte er mit Mildreds Hilfe, den Körperdes jungen Mannes aufwärts und gegen die Klippen heranzuziehen.
Aber selbst ihre vereinigte Kraft war dieser Aufgabe nicht ge-wachsen. Von der bisherigen Anstrengung ermüdet und unfähig,sich bei seiner Körperschwere noch länger an dem schwachen Tauesestzuhalten, sah sich Wychecombe genöthigt, seine Füße endlich sinkenzu lassen, und glitt wieder auf die Fclszacke zurück. — Sogar seinkräftiger Körper zitterte in Folge der übermäßigen Anstrengung,und ermattet mußte er sich auf dem Klippenkamme nicderlassen, um,mit dem Rücken gegen den Felsen gelehnt, ein wenig auszuruhen, biser seine frühere Kraft und Selbstbeherrschung wieder erlangt hatte.
Mildred stieß einen schwachen Schrei aus, als sie den Aermstenverschwinden sah, war aber zu sehr von Schrecken betroffen, umbis an den Rand des Abgrundes vortreten und sich von seinemSchicksale überzeugen zu können.