er seinen Schutzbefohlenen so gut als möglich gesichert zu habenhoffen durste.
Während dieser ganzen Zeit hatte auch der junge Wychecombe,von den Zuschauern ungesehen, seine Vorbereitungen auf der Fels-zacke getroffen, und bald verkündete die Spannung der Signalleine,daß sein Körper mit seiner ganzen Schwere daran hing. MildredsHerz schien jeden Augenblick ihren Lippen entströmen zu wollen,während sie jedes Zerren an der Leine aufmerksam beobachtete;auch ihr Vater bewachte alle Bewegungen mit einer Spannung,als ob er in der nächsten Sekunde die endliche Katastrophe zu er-leben erwartete.
Es bedurfte von Seiten des jungen Mannes der ungeheuerstenAnstrengung, um sich mit der ganzen Schwere seines Körpers aussolche Entfernung an so dünnen Stricken cmporzuziehcu. Wäredas Tau nur um Weniges dicker gewesen, so hätte ein Seemannvon seiner Stärke und Gewandtheit die Sache als eine wahreKleinigkeit hingcnommen, umsomehr, da er sich beim Kletternauch seiner Füße bedienen und diese gegen die Felsen stemmen konnte;so aber war es ihm gerade, als ob er das ganze Vorgebirge hintersich nachzöge. Endlich sah man sein Haupt einige Zoll über denKlippenrand hervorragcn; seine Füße hatte er gegen die Klippengestemmt, und sein Körper war unter einem Neigungswinkel vonfünfundvierzig Graden auswärts gebogen.
„Helft ihm — helft ihm, Vater!" ries Mildred und bedeckteihr Antlitz mit den Händen, um Wychecombe's verzweifelten Kampfnicht mit ansehen zu müssen. „Wenn er jetzt fällt, so wird erzerschmettert. Ach, rettet ihn, Sir Wycherly, — rettet ihn um'sHimmels willen!"
Doch von den Beiden, die sie angerufeu hatte, konnte Keinerirgend eine Hilfe leisten. Bei ihrem Vater hatte sich das gewöhn-liche Nervenzittern wieder eingestellt, und von dem betagten Baro-net ließ sich bei seiner Unersahreuhcit nur wenig erwarten.