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Der junge Mann konnte von allem Dem nichts bemerken, denner stand mit dem Rücken gegen die Felswand gewendet und hattenicht Raum genug, um sich umzudrehen oder auch nur einen Blickin die Höhe zu werfen.
Mildred schien indessen bei dem Anblick der tödtlichcn Gefahr,worin der Jüngling unter ihr schwebte, jeden Gedanken an sichselbst und das etwa ihr drohende Verderben vergessen zu haben.Auf der Gränzlinie des Abgrundes stehend, blickte sie starr und un-beweglich in die Tiefe, was ihr unter anderen weniger ergreifendenUmständen wohl gänzlich unmöglich gewesen wäre; wild flattertenihre reichen Locken um das schöne Antlitz, so daß selbst der jungeMann bei einer augenblicklichen Wendung dieselben thcilweisc ge-wahr wurde.
„UmGotteswillen, Mildred," ricfderJüngling, „halten Sie sichweiter von der Klippe entfernt — ich sehe Sie wohl, und wir könnenja nunmehr einander hören, ohne so viel auf's Spiel zu setzen."
„Was kann ich thun, um Sie zu erlösen, Wychecombe?" fragtedas junge Mädchen hastig; „sagen Sie mir's, ich beschwöre Sie,denn Sir Wycherly und mein Vater sind Beide außer Stands,etwas zu wagen!"
„HimmlischesWesen! und Sie gedenken meiner Gefahr! dochängstigen Sie sich nicht, Mildred; thun Sie nur, was ich Ihnensage, und Alles wird noch gut gehen. Ich hoffe, Sie hören undverstehen doch, was ich spreche, thcures Mädchen?"
„O, ganz gut," antwortete Mildrcd, während die Anstrengung,die es sie kostete, um ruhig zu erscheinen, ihre Stimme beinahe zuersticken drohte. „Ich höre jede Sylbe — sprechen Sie nur weiter."
„So gehen Sie denn und holen Sie die Signallcine — daseine Ende machen Sie los, das andere ziehen Sie durch die Rolle,bis die ganze Leine unten ist; ist dieß geschehen, dann kehren Siezurück und ich will Ihnen das Weitere sagen: aber bleiben Sieum's Himmelswillen weiter von der Klippe entfernt!"