Sir Wvcherlu war ein Mal, aber auch nur ein einziges Mal,Parlamentsmitglied gewesen. In seiner Jugend ein leidenschaftlicherFuchsjäger, hatte er einen kleinen Landsitz in Uorkshire, den seineFamilie eben für diesen Zweck schon seit langen Zeiten inne gehabt,oft und mit Vorliebe besucht; als er aber einstmals auf einer seinerJagden das Bein gebrochen, hatte er sich vor der ihm drohendenLangweile dadurch zu schützen gesucht, daß er sich von einem Fleckenin der Nachbarschaft seines Jagdschlößchens in's Unterhaus wählenließ und eine Session als Mitglied desselben durchmachte. — An diesereinzigen Probe bekam er genug für sein ganzes Leben, denn dergute Baronct nahm die Sache so buchstäblich genau, daß er ge-wissenhaft jeder einzelnen Sitzung anwohnen zu müssen glaubte —eine Zcitverschwendung, welche, da sie vollends ohne allen Neben-gcwinn für ihn blieb, die Geduld eines alten Fuchsjägers nothwen-dig sehr bald erschöpfen mußte. So verzichtete er also auf seinenSitz und zog sich von nun an ganz nach Wychccombe zurück.
Hier hatte er denn die letzten fünfzig Jahre in Ruhe verlebt;sein einziges Geschäft war —- Essen und Trinken, gewürzt mit lei-denschaftlichen Lobeserhebungen auf England, und besonders aufdenjenigen Theil desselben, worin seine eigenen Besitzungen lagen,nicht zu vergessen die gewaltigen Schmähungen, die er gegen dieFranzosen und gelegentlich auch gegen Spanier und Holländer vomStapel ließ. Reisen hatte er niemals gemacht; zwar kam es schonvor hundert Jahren häufig vor, daß Engländer seines Standesden Kontinent besuchten, aber weit häufiger noch wurde dieß unter-lassen. Nur der Hofadel und was diesem zunächst stand, betrachtetedamals das Reisen als ein Mittel, Geist und Lebensart dadurchzu verfeinern; sie alle aber bildeten eine Klasse von Leuten, wozuein Baronet wenigstens ox »Mio niemals gehörte. Kurz, SirWpcherly zählte jetzt vierundachtzig Jahre und war dabei immernoch ein gesunder, kräftiger Junggeselle.
Er war der älteste von fünf Brüdern; die jüngeren hatten,