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Paul küßte ihr beide Augen, betrachtete sie einen Moment miteinem Blicke der Bewunderung, vor welchem Eva die ihrigen hobund senkte, als suhle sie sich dadurch geblendet »ud könne sich dochdavon nicht loSreißen; dann gieng er aber zu dem Anlässe über,welcher ihn nach der Bibliothek gebracht hatte.
„Mein Bater der jetzt auch der Deinige ist" —
„Vetter Jack!"
„Nun denn, Vetter Jack, wenn Du so willst, hat mir eben einGeschenk gemacht, welches nur der noch größeren Gabe Nachsicht,die ich gestern von Deinem trefflichen Vater am Altar erhielt. Sieh'theuerste Eva, diese Bescheerung — Dein liebliches Bild, obschones noch so weit hinter der Wahrheit zurückfleht. Und hier ist auchdas Portrait meiner armen Mutter — ein Ersatz für das, welchesmir von den Beduinen entrissen wurde."
Eva betrachtete lange und gedankenvoll die schönen Züge indem Bild von Pauls Mutter, verglich sie mit dem sinnige» Ausdruck,mit der gewinnenden Freundlichkeit, welche von Anfang an ihr Herzfür den Geliebten günstig gestimmt hatten, und drückte die bebendenLippen an das empfindungslose Glas.
„Sie muß sehr schön gewesen sehn, Eva, und in ihrem Gesichteliegt ein Zug wehmüthiger Zärtlichkeit, welcher fast ein unglücklichesErsterben ihrer innigsten Gefühle prophezeit zu haben scheint."
„Und doch ging dieses edle, treue junge Weib dasselbe feierlicheGelübde, welches wir gestern abgelegt haben, mit den gleichen Hoff-nungen auf eine schöne Zukunft ein!"
„Nein, Eva — Vertrauen und heilige Wahrheit fehlten beider Verbindung meiner Eltern. Wenn schon bei dem Beginne einesVertrages Täuschung vorhanden ist, so kann man da- Ende leichtVoraussagen."
„Ich glaube nicht, Paul, daß Du je einer Täuschung fähiggewesen wärest; Dein Herz ist zu cdelmüthig."
„Wenn irgend etwas einen Mann solcher Liebe würdig machen