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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
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hatte ihrem fehlerlosen schönen Leibe das Gewand mit so vollkom-menem Takle angepaßt, daß es sogar noch mehr Reize ahnen ließ,als es entfaltete, obschon die Umrisse der ganzen Figur die derlieblichsten Weiblichkeit waren. Als Paul die herrliche Gestalt sovor sich sah, blieb er fast in athemloscr Bewunderung stehen, ohneden Blick von dem Antlitz seiner lieblichen, blühenden Braut zuverwenden. Vielleicht wirkt kein Gefühl ergreifender auf den Mann,als dasjenige, welches sich seiner bemächtigt, wenn er die Schönheit,das zuversichtliche Vertrauen, die heilige Reinheit und den Ausdruckder ganzen Seele ist dem Antlitze eines jungen, arglosen, unschuldigenWeibeS betrachtet, sobald sie ihre natürliche Schüchternheit so weitüberwunden hat, um ihre Zärtlichkeit für den Geliebten ergießenzu lassen und sich dem heißen Drange ihres Wesens hinzugcben.Dies war nun eben bei Eva der Fall. Sie schrieb von ihremGatten und obgleich die Ausdrücke in den Grenze» der Bescheidenheit,dcS Geschmackes und einer feinen Bildung gehalten waren, so legtensie doch Zeugniß ab von einer unaussprechlichen Innigkeit und Liebe.Thränen standen in ihren Augen, die Feder zitterte zwischen ihrenFingern, und sie beschattete ihr Antlitz mit der Hand, um dies«Schwäche vor sich selber zu verbergen. Paul war unruhig, ohnesich einen Grund dafür angeben zu könne»- genug, daß EvasThränen ein schmerzlicher Anblick für ihn waren. Im Nu befander sich an ihrer Seite; er schlang sanft de» Arm um ihren Leib,und zog sie zärtlich an seine Brust.

Evathcuerste Eva!" rief er,was bedeuten diese Thränen?"

Das heitere Auge, das leuchtende Roth und die anschmiegendeInnigkeit, welche diesen GcfühlSauSbruch belohnten, beruhigten denGalten wieder; aus Rücksicht für die empfindsame Bescheidenheitder Neuvermählten ließ er sie los und hielt nur noch ihre Hand fest.

Es ist Glück, Powis nichts als Uebermaß des Glückes,was uns Weiber, wie ich fürchte, schwächer macht, als sogarder Kummer."