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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
Entstehung
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Eva nahm Pauls Hand in die ihrige und küßte sie mit einerArt heiliger Hoffnung, die in ihrer Kundgebung weder Erröthennoch Scham veranlaßte. In der That waren ihre jungen Herzenso fest an einander gefesselt und ihre Liebe war so umfassend, so ver-trauensvoll und so rein, daß fie derartige gegenseitige Gefühls-äußerungen nur nach der Weise einer Anerkennung ihres zuver-sichtlichen Bauens auf irgend eine andere heilige Grundlage zudeuten vermochten. Die Klingel belief sie jetzt zum Frühstücklische,und Eva forderte in der Schüchternheit ihres Geschlechts Paul auf,einige Minuten früher hinunterzugehen, damit die Heiligkeit ihrerLiebe nicht durch die Beobachtung ungeweihter Blicke geschwächtwerden möchte.

Das Frühstück wurde schweigend eingenommen. Die Entdeckungder «origen Nacht war nämlich durch die Erklärungen des wiederzum Bewußtscyn zurückgckehrten John Esfingham Allen im Hausebekannt geworden, denn Kapitän Doucie hatte in seiner Arg-losigkeit männiglich, wer ihn hören konnte, zum Beistand des ohn-mächtig daliegenden Mannes aufgebolen; und eS herrschte jetzt einemoralische Spannung, welche beklemmend auf der ganzen Gesell-schaft lastete, die Liebenden allein ausgenommen. Da ein rechtherzinniges Glück selten redselig ist, so ging die Mahlzeit stummvon Statten, und sobald sie beendigt war, suchten diejenigen, welchenicht durch die Bande dcS Bluts mit Betheiligten verknüpft warenund deßhalb kein Anrecht hatten, sich bei den bevorstehenden Ent-hüllungen zu beteiligen, anderweitig Beschäftigung, um die Familieungestört zu lassen, während Alle, denen zum Voraus mitgetheiltworden war, daß ihre Anwesenheit erwünscht seyn werde, sich schwei-gend nach John Esfingham Ankleide-Zimmcr verfügten. Zu diesengehörten nur Mr. Esfingham, Paul und Eva. Elfterer begab sichin das Schlafgemach seines Vetters, um sich mit demselben geson-dert zu besprechen eine Unterredung, die eine halbe Stunde