482
warm in ihrer Zuneigung, um sich ernstlich verletzt zu fühle»,weshalb sie die Hand, welche sie hielt, küßte, tadelnd, aber zugleichlächelnd den Kopf schüttelte, und dann der an sie ergangenen Auf-forderung entsprach.
„Ihr habt es in der That zu einem Gegenstand von großerWichtigkeit gemacht, daß wir jetzt mehr von Mr. PowiS erfahren,mein geliebter Vater," sagte sie, wieder zu ihrem Sitze zurück-kehrend, „obschon ich wünschen könnte, daß in der Sache nicht sosehr geeilt worden wäre."
„Ei, meine Zusage wurde nur bedingungsweise gegeben undganz von Dir selbst abhängig gemacht. Wenn ich zu viel sagte,so hast Du weiter nichts zu thun, als die Ratifikation des Ver-trags, den Dein Negotiator geschlossen hat, zu verweigern."
„Ihr verlangt eine Unmöglichkeit," versetzte Eva, seine Handwieder ergreifend und fie.jmit Innigkeit zwischen den ihrigen drückend;„der Negotiator ist zu geehrt, zu sehr zum Befehle berechtigt undzu treu, als daß man ihn so schimpflich behandeln könnte. Vater,ich will und werde Alles ratificiren, was Ihr für mich ver-sprochen habt oder versprechen könnt."
„Selbst wenn ich den Vertrag annullire, mein Kind?"
„Auch in diesem Falle, Vater. Ich werde nicht heirathenohne Eure Zustimmung und habe ein so unbedingtes Vertrauenzu Eurer zärtlichen^Sorgfalt, daß ich nicht den mindesten Anstandnehme, zu sagen, ich werde mich mit dem verbinden, den Ihr mirbestimmt habt."
„Gott segne Dich, Gott segne Dich, Eva. Ich glaube Dir,denn ich habe Dich immer wahr gesunden, seit der Gedanke Machtüber Deine Handlungen zu üben begonnen hat. Ich lasse Mr.John Effingham ersuchen, hieher zu kommen," — fügte er gegenden eintretenden Diener bei, und fuhr dann, sobald dieser die Thürewieder geschlossen hatte, fort — „und ich glaube auch, daß Du sobleiben wirst bis zu Deinem Sterbetage."