man so sehr benöthigt war, bloS zu ekelhafter Schmeichelei ihreZuflucht nehmen, um ihre Popularität zu erhöhen,"
„Und wohin soll dies führen?"
„Der Himmel weiß es. Amerika hat sich zwar von den Dor-urtheilen der alten Schule befreit und deshalb vor anderen Natio-nen viel zum Voraus; aber statt ihrer entwickelt sich schnell eineReihe eigener Voruriheile, die nicht ohne die ernstlichste Gefahrsind. So lange wir leben, geht es vielleicht noch in dieser Weisefort; möglich auch, daß sich die Gebrechen der Gesellschaft nachuno nach bessern — aber dennoch ist es eine Thatsache, daß eingroßes Unheil drohend über uns hängt — schlimmer vielleicht alsirgend etwas, was man fürchten kann."
„Zhr meint damit den politischen Kampf zwischen dem Geldund den Massen, der sich in letzter Zeit so ernstlich kund gegebenhat?" rief die schnell fassende, einsichtsvolle MrS. Bloomfield.
„Auch dieser hat seine Gefahren; aber es ist noch ein anderes,ein schwereres Nebel vorhanden — ich meine die so allgemeineNeigung, politische Verhandlungen auf politische Männer zu be-schränken. Wie die Sachen stehen, hat der Privatbürger, welchersich herausnimmt, eine politische Frage zur Besprechung zu brin-gen, zu befahren, daß Alle über ihn herfallen, welche andererMeinung sind. Man sucht ihm wo möglich in pekuniärer Hinsichtzu schaden, seinen N»f zu beeinträchtige» und sein häusliches Glückzu vernichten, denn in dieser Hinsicht ist Amerika bei weitem dieintoleranteste Nation, die ich je kennen gelernt habe. In den an-deren Ländern, in welchen freie Besprechung politischer Angelegen-heiten überhaupt gestattet ist, findet man doch wenigstens den An-schein eines ehrlichen Spiels, was immer auch im Geheimen ge-schehen mag; aber bei uns scheint jede Lüge, jeder Betrug, ja diekeckstirnigste Schurkerei gerechtfertigt zu sepn, wenn es darzuthnngilt, daß die anrüchige Person die Kühnheit gehabt habe, sich mitöffentlichen Fragen zu befassen, ohne das zu sepn, was das Volk