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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
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eine Nation auf Erden, obschon es, während cs sich seiner altenMängel uno Thorheiien zu entschlagen sucht, nicht Weisheit geungbesitzt, zu entdecken, daß es schnell in recht leidliche oder wennIhr lieber wollt unleidliche Surrogate derselben verfällt."

Was haltet aber Ihr für unseren größten Jrrthum, fürunsere schwächste Seite?"

Den kleinstädterischcn Sinn mit seinem ganzen Schweife be-schränkter Vorurthcile und die Neigung, Mittelmäßigkeit für Voll-kommenheit auszurufen. Beides hat seinen Grund in dem dop-pelten Einflüße einer Unwissenheit, die bei einer Nation, wo dieVolksmeinung so gebieterisch herrscht, zum Theil aus dem Mangelan Mustern, zum Theil aus einem unwiderstehlichen Hang ebennach dem Mittelmäßigen entspringt."

Aber herrscht die Volksmeinung nicht überall ist dieStimme der Oessentlichkeit nicht allenthalben stärker als das Gesetz?"

In einem gewissen Sinne mögen diese beiden Sätze richtigseyn; aber bei einer Nation, die, gleich der unsrigen, keineHauptstadt besitzt und nur aus Provinzen besteht wo alsoVerstand und Geschmack sich nur sehr zerstreut findet, fehlt eS dieserVolkSmeinnng an der gewöhnlichen Richtung und sie entnimmt ihreHebel eher der Macht der Zahlen, als der Macht des Geistes.Daher die Thatsache, daß sich die öffentliche Meinung nie oderdoch nur selten zur absoluten Wahrheit erhebt. Ich bin mit Eucheinverstanden, daß unsere Mittelmäßigkeit als solche gut genugvielbesser sogar, als gewöhnlich ist; aber dennoch bleibt sie Mittelmäßigkeit."

Ich sehe, Ihr habt in Euren Bemerkungen Recht, und ver-muthlich haben wir hieraus auch die allgemeine Anwendung derSuperlative abzuleiten, die sich überall so breit macht."

Ohne Zweifel. Man scheut sich, die Wahrheit auszu-sprechen, sobald sie das gewöhnliche Begriffsvermögen übersteigt,und so kömmt es, daß alle die Diener der Oessentlichkeit, wie siesich selbst nennen, statt die heilsame Wahrheit zu enthüllen, deren