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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
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daß ich mich verlocken ließ, zu heirathen, wenn nicht ein einzigerbesonderer Umstand gewesen wäre."

Du Du heirathen, Anna Sidley?" rief Eva, welcher schonder Gedanke so seltsam und unnatürlich zu sehn schien, wie wennihr Vater es sich hätte einfallen lassen wollen, seine HingeschiedeneGattin zu vergessen und eine zweite zu nehmen.Dies ist etwasganz Neues, und ich möchte wohl gerne hören, welcher günstigeUmstand einen Schritt hinderte, der für mich so unglücklich ge-wesen wäre."

Je nun, Fräulein, ich sagte zu mir selbst: was thut einWeib, wenn sie heirathet? sie gelobt, um des Mannes willenalles Andere zu verlassen und ihn mehr zu lieben, als Vater,Mutter und alle andere lebenden Wesen auf Erden. Ist es nichtso, Eva?"

Ich glaube in der That, daß Du Recht hast, Nannyja, ich weiß es sogar gewiß," antwortete Eva, und die Glut ihrerWangen vertiefte sich bei dem inneren Bewußtseyn, daß sie kürz-lich erst einen der glücklichsten Augenblicke ihres DaseynS erlebthatte, als sie einer Leidenschaft Raum gab , vor der alle ver-wandtschaftlichen Gefühle in den Schatten traten.Es ist wirklichso, wie Du sagst."

Nun seht, Fräulein, ich habe meine Gefühle denn sonennt mans, glaube ich erforscht und nach gehöriger Prüfunggefunden, daß ich Euch viel mehr liebte, als irgend jemand an-ders; ich hätte daher mit gutem Gewissen das Gelübde nicht ob-legen können."

Theuerste Nanny meine freundliche, gute, treue, liebealte Pflegerin! laß mich Dich in meinen Armen halten und ich,ich selbstsüchtiges, Herz- und gedankenloses Mädchen wollte dieUmstände vergessen, die uns höchst wahrscheinlich für den Rest un-seres Lebens trennen müßten!Bst! es hat Jemand an der Thüre