Druckschrift 
22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
Entstehung
Seite
443
Einzelbild herunterladen
 

, 443

auf den Baden, erhob aber bald den Blick wieder zu Eva, um ihndarauf einer Rakete nachzusenden, die an dem Himmel hinfuhr.Bald suchten jedoch ihre Augen die ihres Pfleglings aufs Neue,und ermuthigt durch den Ausdruck des Glückes, welches sich in demtheuren Antlitze aussprach, wagte sie zu sagen:

Wenn Mr. Powis ein keckerer Gentleman wäre, al» erist, Ma'am"

Du willst sagen, weniger bescheiden, Nanny," versetzte Eva,als sie bemerkte, daß ihre Pflegerin inne hielt.

Ja, Fräulein Einer, der mehr an sich selbst, als anandere Leute dächte dies wollte ich sagen."

Was weiter?"

So glaube ich, er würde das Herz finden, auSzusprcchen,was er, wie ich recht wohl weiß, in seinem Innern trägt."

Und wenn er wirklich das Herz fände, dies zu sagen, wassollte ich ihm, Deiner Meinung nach, wohl antworten?"

Oh, Fräulein, ich weiß, Ihr würdet gerade so reden, wie eSsehn müßte. Freilich kann ich nicht wiederholen, was Frauen-zimmer bei solchen Gelegenheiten zu sagen pflegen, obschon ichweiß, daß es etwas ist, worüber den Gentlemen das Herz vorFreude hüpft."

ES gibt Gelegenheiten, bei welchen das weibliche Geschlechtkaum weiblicher Sympathie entbehren kann. Eva liebte zwar ihrenVater auf's Zärtlichste und setzte mehr als gewöhnliches Vertrauenin ihn, da sie ihre Mutter nie gekannt hatte; aber hätte sie jetztmit ihm sprechen müssen, so würde doch, ungeachtet des vollenVertrauens auf seine Liebe, ihre Natur sich gescheut haben, sofreimüthig ihre Gefühle vor ihm zu enthüllen, als dies einer Muttergegenüber der Fall gewesen wäre, wenn sie der Tod nicht einessolchen Segens beraubt hätte. Andererseits bestand zwischen unsererHeldin und Anna Sidley ein Vertrauen von so eigenthümlicher Be-schaffenheit, daß wir ein Wort der Erklärung vorausschicken müssen,

A

.