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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
Entstehung
Seite
410
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Bande, abgesehen von dem aristokratischen Einflüße, sehr locker ge-knüpft sind, nnd es sollte mir leid thun, wenn wir, wenigstens indiesem Punkte, unserer großen Mutter folgten."

Hat sich Mademoiselle Viefville nie über diesen Gegen-stand ansgesprochen?"

Mademoiselle Viefville ist zwar sehr dienstwillig, aber auchvorsichtig. Daß sie übrigens die Verwandtenliebe in Amerika fürso innig hält, wie die in ihrem eigenen Lande, glaube ich nicht, dasie, gleich den meisten Europäern, die Amerikaner für ei» leiden-schaftsloses Volk hält, welches mehr auf den Gewinn, als auf irgendeine andere Angelegenheit des Lebens erpicht ist."

Sie kennt uns nicht!" entgegnete Paul mit einer Kraft, daßEva darüber betroffen wurde.Die Leidenschaften liegen hier sotief und laufen in so kräftigen Strömen, wie in jedem anderenTheile der Welt, obgleich sie weniger häufig die Schranken derGebühr durchbrechen, da es bei uns nicht so viele künstliche Ur-sachen gibt, welche sie eindämmen."

Die Beiden wandelten fast eine Minute schweigend weiter, undEva begann zu wünschen, daß sich Jemand von der übrigen Ge-sellschaft ihnen anichließen und eine Unterhaltung unterbrechenmöchte, die, wie sie fühlte, bedrückend zu werden anfing. Es kamihnen jedoch Niemand in den Weg, und sie sah kein Mittel, ohneRohheit oder Ziererei ihren Zweck zu erreichen. Paul war zusehrvon seinen eigenen Gefühlen hingerissen, um die Verlegenheit seinerBegleiterin zu bemerken, und nach der vorerwähnten kurzen Pausenahm er das Gesprächsthema wieder auf, vbschon in einer wenigeremphatischen Weise, als zuvor.

Es ist eine alte, in Europa sehr beliebte Theorie," sagte ermit einer Art bitterer Ironie,daß alle Geschöpfe dieser Hemisphäreschlechter begabte Wesen sehen, als die in anderen Welttheilcn, undinan hat dieser Vorstellung noch immer nicht los werden können.Den Indianer hält man für leidenschaftslos, weil er Sclbstbe-