die natürlichen Freunde zu ersetzen, die Ihr, wie ich fürchte, ver-loren habt. Eure Eltern —"
„Sind beide todt," versetzte Paul mit einem melancholischenLächeln. „Ich habe sie nie gekannt und werbe mit Freuden EuergroßmüthigeS Erbieten annehmen, wenn Ihr mir gestatten wollt,eine einzige Bedingung daran zu knüpfen."
„Bittende dürfen nicht wählig scyn," entgegnete John Efstug-ham, „und wenn Ihr mir gestatten wollt, dieses Interesse gegenEuch zu fühlen und gelegentlich mich eines Vertrauens zu erfreuen,wie das des Sohnes zum Vater ist, so werde ich nicht auf unge-bührlichen Bedingungen bestehen. Nennt mir die Eurige."
„Das Wort Geld must aus unserem Wörterbuche gestrichenbleiben, und an Eurem Testament darf keine Aenderung vorge-nommen werden. Wie könntet Ihr, selbst wenn Ihr die ganzeWelt durchsuchen wolltet, eine würdigere oder lieblichere Erbinstnden, als diejenige ist, welche Ihr bereits gewählt habt und dieEuch von der Vorsehung selbst gegeben wurde. In Vergleichungmit Euch bin ich nicht reich; indeß besitze ich ein anständiges Ein-kommen, und da ich wahrscheinlich nie hcirathen werde, so ist fürmeine Bedürfnisse gesorgt."
John Effingham war über diese Freimüthigkeit und über diegeheime Sympathie, die zwischen ihnen längst bestanden hatte, mehrerfreut, als er auSdrückcn mochte; er lächelte daher bei dieser Hin-deutuug, denn er hatte mit Eva'S Vorwissen und unter völligerBilligung ihres Vaters seinem Testamente ein Codicill angefügt,in welchem er ihrem gemeinschaftlichen jungen Beschützer die Hälfteseines großen Vermögens übertrug.
„Wenn Ihr so wollt, soll mein Testament unverändert blei-ben," antwortete er ausweichend; „diese Bedingung ist also be-seitigt. Ich freue mich, aus Eurem eigene» Munde die Bestätigungdessen zu vernehmen, was ich mir aus Eurer Lebensweise und ausdem Hörensagen nicht anders dachte — daß Ihr nemlich unab-