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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
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herrschende Brauch aufgefallen. Zuerst fühlte ich mich zwar be-klommen bei dem Anblick, aber bald wurde er mir lieb, und ichdenke, Euch muß eS iu ähnlicher Weise ergangen sehn, denn ichhabe unter de» Verzierungen des großen Fensters in dem Ein-gaugSthurme des Wigwams nicht weniger als zwei Kreuze bemerkt."

Ihr hättet auch in jeder Thüre des Gebäudes, mag sie nungroß oder klein sehn, ein Kreuz entdecken können, junge Dame.Unsere würdigen Vorfahren, wie sic Mr. Powis nennt ob-gleich, beiläufig bemerkt, in ihrer Frömmigkeit nichts weniger alsder veredelnde Zug einer geistlichen Dcmuth oder christlichen Liebelag waren solche Ignoranten, daß sie in jede Thüre, die sieanbrachteu, Kreuze setzten, obschon sie in heiligem Grauen ihreAugen verhüllten, so oft ihnen das heilige Symbol in einer Kirchezu Gesicht kam."

In jede Thüre?" riefen alle Protestanten unter der Ge-sellschaft.

Ja, in jede Thüre möchte ich fast sagen; jedenfalls in jedegetäfelte Thüre, die seit zwanzig Jahren zufammengefügt wurde.Ich entdeckte das Geheimniß unseres Mißgriffs erst, als ich einSchloß in Frankreich besuchte, das aus den Zeiten der Krcuzzügestammt. Ich meine ein Chauteau der Monlmorencis, das durchHerrath in die Hände der Familie Conde kam, und der höflichealte Kastellan, der mir die Denkwürdigkeiten zeigte, machte michauf de» frommen Brauch der Kreuzfahrer aufmerksam, in dieFenster Steinkreuze zu setzen, von welchen dieselben CroiseeS ge-nannt wurden. Wie ich mich einer Thüre zuwandte, sah ich die-selben Kreuze in den hölzernen Planken, und wenn ihr einen Blickauf die nächste beste bescheidene Thüre werft, an der ihr in diesemDorfe vorbeigeht, so werdet ihr entdecken, daß euch dasselbe Sym-bol dreist ins Gesicht starrt und zwar im Herzen einer Be-völkerung, die schon bei dem Gedanken den Athem verlieren würde-