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ihrer Altersgenossinnen zu unterscheiden, das blendende Weiß ihrerHaut, die glänzenden Angen, ein holdes Lächeln, die reichen, wal-lenden Locken und Hände und Füße, wie sie — so däuchte es we-nigstens Sir George Templemore, vbschon er sich selbst nicht er-klären konnte, was ihn ans diesen Gedanken brachte — nur denTöchtern von Peers und Fürsten angchören konnten, machten Gracediesen Abend so überaus anziehend, daß cS dem jungen BaronetVorkain , sie sei sogar noch schöner als ihre Muhme. In der kunst-losen Einfachheit des Mädchens lag ei» Zauber, der auf einenin der kalten Manierirtheit der höheren Elasten Englands erzo-genen Mann doppelt verlockend wirken mußte. Dabei war dieseEinfachheit durch einen vollkommenen Anstand und eine edle Zu-rückhaltung gehoben, denn die Uebertreibungen der neuen Schulehatte» nicht mitgewirkt, die Würde ihres Charakters zu beeinträch-tigen oder den Reiz der Sittigkeit zu schwächen. Allerdings warihre Bildung weniger vollendet, als die ihrer Muhme — ein Um-stand, der vielleicht Sir George Templemore hätte veranlassenkönnen, sie für etwas gar zu einfach zu halten; aber sie war nieunweiblich oder »»mädchenhaft, und der Ausdruck „gemein" konnte,trotz der launenhaften und willkührlichen Regeln der Mode, nie undunter keinen Umständen auf Grace van Courtlandt Anwendungfinden. In dieser Hinsicht schien die Natur sie sehr begünstigt zuhaben, da sie diesen Vortheil keineswegs ihrem Umgang verdankteund wohl Niemand je hätte auf den Gedanken kommen können, daßsie vielleicht ein derartiger Vorwurf treffen dürfte, wenn ihr dasGeschick sogar eine viel tiefere Stelle i» der Stufenleiter der Ge-sellschaft angewiesen hätte.
Es ist eine bekannte Thatsache, daß wir uns am meisten zudenen hingezogcn fühlen, deren Charaktere und Neigungen die we-nigste Aehnlichkeit mit den unsrigen haben, sobald einmal durch dieErziehung eine zureichende Gleichheit hergestellt ist, um allen »»-Eva Effingham. 4