Druckschrift 
22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

beim wir lieben den Baum, den unsere Vorväter pflanzten, dasDach, welches sie bauten, den Herd, an dem sie saßen und denHügel, der ihre sterblichen Reste deckt."

Sehr poetisch; und ich kann mir wohl denken, daß es Lebens-lagen gibt, in welchen derartige Gefühle von selber kommen. Jn-beß muß in Eurem Theile der Welt doch eine große Stockung derGeschäftsoperationen stallfinden, Sir."

Geschäftsoperationen? Was ist Geschäft, wie Jhr'S nennt,Sir, im Vergleich mit lheuren Erinnerungen, mit den Rückbli-cken auf unsere Vorfahre» und auf die ehrwürdigen Bande, dieuns Geschichte und Uebcrliefernngen bieten?"

Was Geschichte betrifft, Sir, so wird man in diesem Lande nichtviel davon belästigt; so weit übrigens das Interesse in Fragekömmt, läßt sich immerhin viel auSrichten. Eine Nation ist sehrzu beklagen, wenn sie in dieser Weise durch die Vergangenheit nie-dergedrückt wird; denn die Hindernisse, welche ihr aus den Erin-nerungen erwachsen, treten stets der Industrie und dem Unterneh-mungsgeist in den Weg. In der That, Mr. John Essingham,man kann sowohl hierin, als in allen anderen Dingen Amerika einglückliches und freies Land nennen."

Sir George besaß zu viel feine Bildung, um Alles, was erin diesem Augenblick fühlte, laut werden z» lassen, da er nolh-wendig die Gefühle seiner Wirthe dadurch hätte verletzen müssen;auch fand seine Rücksichtssülle ihren Lohn in einem bedeutungsvollenLächeln von Seiten Eva'S und Gracc'S, welch Letztere dem jungenBaronet in diesem Moment eben so schön vorkam, als ihreMuhme denn wenn sie auch nichl die feine Bildung derselbenbesaß, war ihr doch eine in hohem Grade anziehende Naivetät nichtabzusprechen.

Ich habe mir sagen lassen, daß die meisten alten Nationenmit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die für uns nicht vorhanden