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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
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um einen Schritt entgegenkam; aber ihre Stimme war kaum hör-bar und ihre Glieder zitterten.

Miß van Courtlandt," entgegnete Eva in demselben leisen,erstickten Tone.

Diese Förmlichkeit übte eine erkältende Wirkung. Beide bliebenunivillkührlich stehen und grüßten stch in stummer Verbeugung.Eine Woche deS Aufenthalts in der Heimath hatte Eva die Kälteim Wesen der Amerikaner so sehr empfinden lassen, und Gracefühlte sich einem Wesen gegenüber, das so viel von Europa gesehenhatte, in einem Grade befangen, daß der kritische Augenblick diesemWiedersehen nicht die günstigsten Eindrücke in Aussicht stellte.

So weit war übrigens Alles streng nach den Regeln desAnstandes abgelaufen, obgleich die innigen Gefühle, von welchenbeide Mädchen durchglüht waren, einem gewaltsamen Zwang unter-lagen. Aber auch das kalte, verlegene Lächeln, mit welchem fieihre Verbeugungen begleiteten, hatte etwas von dem süßen Cha-rakter der Vergangenheit an sich und rief beiden den liebevollenmädchenhaften Verkehr jüngerer Tage ins Gedächtniß.

Grace!" rief jetzt Eva, mit ungestümer Hast ein paarSchritte vortretend, obschon fie dabei wie die Morgenrötheerglühte.

Eva!"

Sie öffneten jetzt die Arme, und im Nu hatten fie sich in einerlangen brünstigen Umarmung umschlossen. Dies war das Wieder-aufleben der früheren Vertraulichkeit, und noch vor Abend fühltesich Grace in der Wohnung ihres Onkels heimisch. Allerdings be-merkte Miß Gffingham an ihrer Muhme manche Eigenthümlich-keitcn, die fie lieber entfernt gesehen hätte; aber auch Miß vanCourtlandt würde sich behaglicher gefühlt haben, wenn Miß Effing-Ham in gewissen Dingen, welche dieselbe in Folge ihrer Erziehungfür unpassend hielt, etwas weniger Nückhaltung beobachtet hätte.

Jndeß thaten diese leichten, trennenden Charakterschattirungen