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Siebenter Tag.
Der Zephyr hatte sich bereits vor der dem Abend nahegerückten Sonne erhoben, als der König, nachdem er seineErzählung geschlossen, und Niemand zum Erzählen weiterübrig blieb, sich den Kranz vom Haupte nahm, ihn Lau-retta auf die Stirne setzte und sprach: „Madonna, ichkröne Euch mit dem Euch eigenen Lorbeer zur Königinunserer Gesellschaft. Was Ihr glaubt, das zum Vergnü-gen und zur Freude Aller gereichen könne, das gebietetnun als Herrscherin." Dann setzte er sich wieder nieder.
Lametta, die nun Königin geworden war, ließ denScneschall rufen und befahl ihm, in dem anmuthigenThale etwas früher, als zur gewohnten Stunde, die Tischeaufzustellen, damit man nachher mit Gemächlichkeit zumSchloß zurückkehren könne, und darauf bczeichnete sie ihm,was er Alles zu thun habe, so lange ihre Herrschaftdauere. Dann wieder zur Gesellschaft gewandt, sprach sie:„Dioneus gebot uns gestern, heute von den Streichen zusprechen, welche die Frauen ihren Männern spielen, undwäre es nicht, daß ich mich nicht als zum Geschlecht derMopshunde gehörend zeigen will, die sich immer auf derStelle rächen wollen, so würde ich gebieten, daß wir mor-gen von den Streichen sprächen, welche die Männer ihrenFrauen spielen; doch ich lasse dies bei Seite und forderenur, daß Jeder daran denke, von solchen Possen zu er-zählen, wie sie alle Tage eine Frau dem Mannoder ein Mann der Frau, oder auch ein Manndem andern spielt, und hoffe, daß es dabei nichtweniger Angenehmes zu berichten geben wird, als wir heutegehabt haben."
Dies gesagt, stand sie aus und beurlaubte die Gesell-schaft bis zur Essensstunde. Frauen und Männer erhobensich nun gleicher Weise; Einige von ihnen begannen mitabgelegten Schuhen durch das klare Wasser zu gehen undAndere ergötzten sich, unter den schönen und schlankenBäumen auf dem grünen Wiesengrunde umher zu spa-zieren. Dioneus und Fiammetta sangen lange zusam-