Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
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322
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322 Siebenter Tag. Neunte Geschichte.

hier nicht fleischlich bei Eurer Frau läget, hätte ich Euchnicht behaupten hören, daß es Euch erschienen, als thäteich eben Das, was ich eben so gewiß weiß, nicht einmalgedacht, geschweige denn gcthan zu haben." Nun er-hob sich auch die Frau, die fast zornig geworden war, undsprach:Daß Dich der Himmel strafe, wenn Du michfür so einfältig gehalten hast, daß ich, wenn ich mich mitsolchen Schlechtigkeiten befassen wollte, wie Du gesehenzu haben behauptest, sie vor Deinen Augen begehen würde.Sei gewiß, daß, wenn mir das Verlangen darnach auf-stiege, ich fürwahr nicht hierher kommen, sondern es ineiner unserer Kammern zu erfüllen wissen würde, undzwar auf eine Weise, daß es wunderlich zugehen müßte,wenn Du es jemals wieder erführest."

Nikostratus, der für richtig hielt, was der Einewie die Andere ihm betheuerten, daß sie sich nie zu einersolchen Handlung vor seinen Augen würden haben verleitenlassen, stand nun von Rede und Vorwürfen dieser Artab und sing an, von der neuen Erscheinung und demWunder dieses Gesichts, das Den, der hier hinaufstieg, sobetrog, zu reden. Doch die Frau, noch immer sich ver-letzt zeigend von der Meinung, welche Nikostratus vonihr gehabt hatte, sprach:Wahrlich, dieser Birnbaum solldergleichen Schande weder mir, noch einer andern Fraumehr bereiten, wenn ich's hindern kann; und darum,Pyrrhus, eil' und hol' ein Beil, und rache Dich undmich zugleich an ihm, indem Du ihn abhauest, obgleiches besser wäre, dem Nikostratus damit auf den Kopf zuschlagen, der sich ohne irgend eine Rücksicht so leicht dieAugen des Verstandes verblenden ließ. Denn wenn Dirauch schien, mit den leiblichen Augen zu sehen, was Dubehauptest, so hättest Du doch nimmer in der ErwägungDeines Geistes darin einstimmen und annehmen sollen,daß dem so wäre."

Pyrrhus lief nun eilig nach dem Beile und hieb denBirnbaum nieder. Als ihn die Frau darnieder sah, sprach