Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
309
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Der Bindfaden der Monna Sismonda. 309

von vornehmen Damen zu Frauen haben wollen, und sichWappen zulegen und sprechen:Ich bin aus dem unddem Hause, und die Vorfahren meines Geschlechts habenes so und so gemacht!" Traun, ich wollte nur, meineSöhne waren meinem Rath gefolgt und hatten Dich, wiesie konnten, in der Familie der Grafen Guidi bei einemguten Stück Brot versorgt; aber sie wollten Dich nuneinmal diesem Ausbund von Trefflichkeit überliefern, dersich nicht scheut, Dich, die Du das beste und keuschesteWeib in Florenz bist, um Mitternacht eine Metze zu

schelten, als wenn wir Dich gar nicht kennten! Aberbei Gottes Treue, ging es nach mir, sie gaben ihm dafüreine solche Züchtigung, daß es ihm davon in den Leibführe."

Dann zu den Söhnen gewandt, fuhr sie fort:Ichsagte es Euch wohl, meine Kinder, daß das nicht seinkonnte. Habt Ihr nun wohl gehört, wie Euer trefflicherSchwager Eure Schwester behandelt; so ein Winkelkrämervon vier Hellern, wie er ist? Und wäre ich wie Ihr,

und er hätte von Ihr gesagt, was er gesagt hat, und

machte es so, wie er es macht, wahrhaftig ich wäre nicht ^

zufrieden und beruhigt, bis ich ihn aus der Welt geschaffthätte; und wäre ich ein Mann, wie ich ein Weib bin,ich ließe fürwahr keinen Andern sich damit befassen. HerrGott, lasse es ihm heimkommen, dem jämmerlichen Trun-kenbold, der keine Scham und Schande im Leibe hat."

Die Jünglinge, welche alles Dies sahen und hörten,wandten sich nun an Arriguccio und gaben ihm dieschmähligsten Reden zu hören, die je einem schlechten Mannegesagt wurden. Zuletzt aber sprachen sie:Wir verzeihenDir diesen Streich, als einem Trunkenen; aber nimmDich von jetzt an bei Deinem Leben in Acht, daß wirnicht wieder solche Geschichten von Dir hören; denn wahr-lich, wenn uns je wieder etwas Dergleichen zu Ohrenkömmt, so sollst Du uns für diese und für jene mit be-zahlen." Und so gesagt, gingen sie davon.