Druckschrift 
2 (1843)
Entstehung
Seite
310
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310 Siebenter Lag. Neunte Geschichte.

Arriguccio stand da, als hatte er den Kopf verloren,ohne selber zu wissen, ob Das, was er gethan, wirklichgeschehen sei, oder ob er cs nur geträumt habe, und ließnun, ohne ein Wort weiter darüber zu reden, die Frauin Frieden. Diese aber entging durch ihren sinnreichenEinfall nicht allein der ihr bevorstehenden Gefahr, sondernöffnete sich auch damit die Bahn, für die Zukunft Alles,was sie wünschte, thun zu können, ohne irgend eineFurcht vor ihrem Manne."

Neunte Geschichte.

Lydia, die Frau des Nikostratus, liebt den Pyrrhus, welcher,um es glauben zu können, drei Dinge von ihr fordert, die sie allevollbringt; überdies aber ergötzt sie sich mit ihm in Gegenwart desNikostratus und spiegelt diesem vor, es sei nicht wahr, was ermit Augen gesehen.

Ä^ciphilens Geschichte hatte Allen so gefallen, daß dieDamen nicht aufhören konnten, sie zu belachen und da-rüber zu sprechen, obschon der König mehre Male Still-schweigen auferlegt und dem Pamphilus geboten hatte,seine Geschichte vorzutragen. Als sie jedoch endlich schwie-gen, begann Pamphilus folgendermaßen.

Ich glaube nicht, verehrte Damen, daß cs irgendEtwas gebe, wie schwer und bedenklich es auch sei, dasder feurig Liebende nicht zu unternehmen wagen sollte.Obschon uns dies nun in gar vielen Geschichten nachge-wiesen worden, so glaube ich es Euch doch noch vielmehrin einer Erzählung zeigen zu können, die ich Euch vorzutra-gcn denke. Hier werdet Ihr von einer Frau hören, die aller-dings bei ihrem Beginnen mehr gutes Glück, als bedächtigen